VAHAR

Vereinigung Aktiver Heilpraktiker AR

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Depressionen

DEPRESSIONEN

Unterrichtseinheiten für Lehrpersonen, die sich mit ihren Klassen mit diesem Thema auseinander setzen. Hier finden Sie vorbereitete Unterrichtslektionen für Ihren Unterricht.
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Liste der Unterrichtslektionen

D00a Depression - wie weiter? Information für die Lehrperson zum Thema Depression bei Kindern und Jugendlichen  pdf-symbol2

D00b Depression - wie weiter? Ausführliche Themen-Information für die Lehrperson    pdf-symbol2

D00c Depression - wie weiter? Kurzinformation für die Lehrperson     pdf-symbol2

D01a Themeneinstieg Gruppe     pdf-symbol2

D01b Themeneinstieg persönliche Erfahrung    pdf-symbol2

D02a Themeneinstieg Krankheit    pdf-symbol2

D02b Themeneinstieg Bild     pdf-symbol2

D03   Geschichten     pdf-symbol2

D04   Gemütsverstimmung - Fragebogen     pdf-symbol2

D05   Vorbeugung Brain-Gym     pdf-symbol2

D06   Vorbeugung Natur     pdf-symbol2

D07   Basteln     pdf-symbol2

D08a Pflanzenkunde   pdf-symbol2

D08b Pflanzen sammeln    pdf-symbol2

D08c  Teemischung     pdf-symbol2

D09   Nervennahrung / Snack    pdf-symbol2

D10 Ölmischung + Handmassage     pdf-symbol2

D11 Themenabschluss     pdf-symbol2

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Zusätzliche Informationen

- Bündnis gegen Depression: in Deutschland schon sehr fortschrittlich, auch im Schulbereich: http://www.buendnis-depression.de
- In der Schweiz: im Anfangsstadium:
http://www.bag.admin.ch/themen/medizin/00683/03923/04120/index.html?lang=de

- Das Düsseldorfer Bündnis gegen Depression hat einen Informationsflyer ent-wickelt, der über Depression bei Kindern und Jugendlichen informiert:
http://www.buendnis-depression.de/depression/media/flyer-kinder-jugend.pdf

- Für Lehrerinnen und Lehrer gibt es Material zur Unterrichtsgestaltung unter dem Motto "Nicht ganz normal?" sowie Tipps für den Umgang mit Suizid in der Schule: http://www.buendnis-depression.de/depression/media/nicht_ganz_normal_Infopaket_fuer_Lehrer

Weiterführende Ideen

Schulinterne Weiterbildung zum Thema Depression: Im Kanton AR besteht eine Arbeitsgruppe Lehrende und Lernende beim Projekt „Bündnis gegen De-pression“

Depressive Symptomatik bei Kindern und Jugendlichen
„Du gehörst wohl in die Klapse!“ – Viele Menschen in unserer Gesellschaft haben Probleme, mit psychischen Erkrankungen umzugehen – auch Kinder und Jugendliche. Im Gegensatz zu den meisten körperlichen Erkrankungen werden psychische Störungen immer noch tabuisiert und es bestehen viele Vorurteile und Missverständnisse. Die Betroffenen haben häufig Probleme, sich zu ihrer psychischen Erkrankung zu bekennen und darüber zu sprechen. Dies ist nicht nur am Arbeitsplatz so, sondern auch bei nahestehenden Personen wie in der Familie oder im Freundeskreis.

Häufig zeigen sich depressive Symptome im Kindes- und Jugendalter nicht in einer melancholischen Stimmung mit Traurigkeit, Interesselosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Grübeln oder Antriebslosigkeit, sondern sind hinter körperlichen Symptomen, hinter krankhafter Unruhe, oder Aggressionen verborgen. Einzelfälle unterscheiden sich oft im Erscheinungsbild. Symptome einer Depression im Kindes- und Jugendalter sind alters- und entwicklungsabhängig:
 - Depressive Symptomatik im Kleinkindalter (1-3 Jahre)
 - Depressive Symptomatik im Vorschulalter (3-6 Jahre)
 - Depressive Symptomatik bei jüngeren Schulkindern (6- etwa 12 Jahre)
 - Depressive Symptomatik im Pubertäts- und Jugendalter (12- 18 Jahre)

Formal gelten die gleichen Diagnosekriterien wie bei Erwachsenen. Viele Merkmale, die als Symptome von Depressionen aufgezählt werden, sind Bestandteile normaler jugendlicher Entwicklung: zu Tode betrübt, gereizt, verschlossen, gelangweilt oder grüblerisch, oft mit sich und der Welt unzufrieden. Grenzen zwischen normaler Entwicklung und depressiver Symptomatik sind fliessend - und darin besteht die Schwierigkeit einer eindeutigen Diagnose. Diese unterschiedlichen Bilder der Depression führen häufig dazu, dass Depressionen im Jugendalter oft nicht oder sehr spät erkannt werden.

Depression erkennen
Die Erkrankung als solche zu erkennen ist ein entscheidender Schritt bei der Bewältigung der Depression. Eltern, Angehörige, Freunde und Lehrer spielen dabei eine wichtige Rolle.
An welchem Punkt wird aus normalem "auffälliges" Verhalten? Wenn sich eine über mehrere Wochen und Monate dauernde Stabilität der Symptomatik zeigt, ohne dass es zu einer Restabilisierung kommt, handelt es sich nicht mehr um "normale" alterstypische Veränderungen, sondern möglicherweise um eine Depression. Zusätzlich zu den altersbezogenen Symptomen können Angehörige und Bekannte auf folgende Alarmzeichen achten:
- Rückzug von Hobbies und alterstypischen Aktivitäten
- extremer Leistungsabfall in der Schule
- extreme Veränderungen in Verhalten und Aussehen
- Weglaufen von Zuhause
- Alkohol- und Drogenmissbrauch
- Selbstisolierung von Familie und/oder Gleichaltrigen
Es ist grundsätzlich wichtig, mit Kindern und Jugendlichen, die auffälliges Verhalten zeigen, ein vertrauensvolles und ruhiges Gespräch zu suchen. Wenn nach dem Gespräch der Verdacht auf eine depressive Erkrankung bestehen bleibt, sollte professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden.
Die Diagnose muss durch einen Arzt erfolgen: Sie beinhaltet den Ausschluss körperlicher Ursachen der depressiven Symptome (z.B. Schilddrüsenfunktionsstörung) und die Untersuchung hinsichtlich begleitender psychiatrischer Störungen (z.B. Angststörungen).

Erfahrene Diagnostiker sind darin geschult, mit der bei Jugendlichen häufig beobachteten Verleugnungstendenz und möglicherweise grossen Schamgefühlen hinsichtlich der depressiven Symptomatik umzugehen.


Bedeutung der Früherkennung von Depressionen bei Kindern und Jugendlichen
Eine Depression früh zu erkennen ist wichtig, um das akute Leid der Kinder und Jugendlichen zu lindern. Depressive Jugendliche erleben sich als unbeliebt und haben wenig Freunde. Gleichzeitig können krankheitsbedingte negative Auswirkungen auf die altersgemässe Weiterentwicklung (Zurückfallen in frühere Stufen der Entwicklung oder Fehlentwicklungen) verhindert werden.
Zudem haben depressive Kinder und Jugendliche ein erhöhtes Risiko, auch als Erwachsene an einer Depression zu erkranken und in soziale und berufliche Anpassungsprobleme zu geraten.


Warum werden Kinder depressiv?
Bei einer Depression eines Kindes/Jugendlichen gibt es psychosoziale und neurobiologische Aspekte, die bei der Krankheitsentstehung eine Rolle spielen. Ursachen können frühkindliche Erfahrungen sein, die sich auf die Persönlichkeitsentwicklung auswirken, aber auch z.B. biologische/genetische Faktoren oder Störungen des Hirnstoffwechsels oder der Stresshormone. Es gibt Depressionen, die ohne erkennbare äussere Ursache auftreten, aber auch depressive Episoden mit situativem Auslöser:
Situative Auslöser einer Depression können kritische Lebensereignisse sein, z.B. der Tod eines Elternteils oder Geschwisterkindes, Missbrauch und Vernachlässigung durch ein Elternteil oder auch Scheidung der Eltern. Auch altersspezifische Ereignisse ausserhalb der Familie (Verlust von Freunden, Liebeskummer, Misserfolge und Kränkungen etc.) können für manche Jugendliche zum Auslöser einer depressiven Episode werden. Doch längst nicht jedes Kind, das einschneidende Ereignisse zu verkraften hat, erkrankt an einer Depression. Es gibt viele Schutzfaktoren, die Kindern helfen, mit solchen Lebensereignissen fertig zu werden. Schutzfaktoren dieser Art sind z.B. stabile familiäre Beziehungen, ein guter Freundeskreis, aber auch Persönlichkeitsfaktoren wie Selbstvertrauen, Konfliktfähigkeit und Optimismus. Wie für Erwachsene gilt auch für Kinder beim Auftreten einer Depression: Immer sind mehrere Faktoren zusammengekommen, die für dieses spezielle Kind, mit seiner individuellen Vulnerabilität, die Grenze des Erträglichen überschritten haben.
Depressionen sind kein Zeichen persönlichen Versagens, mit schwierigen Lebensumständen umzugehen, sondern eine Krankheit.
Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?
Ein depressives Kind ist nicht faul, aggressiv oder unerträglich, weil es so sein will. Ein depressives Kind ist krank und braucht Hilfe. Es gibt auch keinen Grund, an den elterlichen Fähigkeiten zu zweifeln, aber es ist ein Grund, fachliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Erste Anlaufstelle für Eltern ist meist der Kinder- oder Hausarzt, der das Kind und die Familie schon länger kennt und Veränderungen einordnen kann. Er kennt auch Spezialisten, die weiterhelfen können: Kinderpsychiater und
Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten sowie Erziehungs- und Familienberatungsstellen, die für die Behandlung von psychisch kranken Kindern und Jugendlichen besonders qualifiziert sind.

Der Behandlungsplan sollte immer an die individuelle Lebens- und Entwicklungssituation des Kindes angepasst werden, d.h. Alter, schulisches und familiäres Umfeld berücksichtigen. Eltern der betroffenen Kinder sollten immer mit einbezogen werden. Die Behandlung einer Depression kann folgende Interventionen umfassen:
- Alters- bzw. entwicklungsadäquate Aufklärung des Kindes/Jugendlichen sowie der Eltern über die Depression
- Interventionen in der Familie (ggf. einschliesslich Familientherapie) zur Verminderung der Symptomatik, Beziehungsklärung und -verbesserung.
- Aufklärung und Beratung der Klassenlehrerin / des Klassenlehrers bzw. des/der Erziehers/Erzieherin und ggf. Intervention in der Schule.
Sowohl in ambulanter Behandlung als auch in Kliniken gibt es psychotherapeu-tische Behandlungsmöglichkeiten, die Effizienz von kognitiver Verhaltenstherapie und interpersoneller Therapie gilt als gesichert. Viele Psychotherapeuten arbeiten bei Kindern mit Elementen von "Spieltherapie". Zu spieltherapeutischen und tiefenpsychologischen Behandlungen depressiver Kinder und Jugendlicher liegen keine Wirksamkeitsnachweise vor, was nicht abschließend fehlende Wirksamkeit bedeutet!
Auch bei Kindern und Jugendlichen kann abhängig vom Schweregrad der Depression eine Behandlung mit Medikamenten sinnvoll und notwendig sein. Die Behandlung muss unbedingt von einem kinderpsychiatrisch erfahrenen Kinderarzt vorgenommen werden.
Viele Kinder können ambulant behandelt werden. In manchen Fällen kann eine stationäre Behandlung nötig sein.

Suizide bei Kindern und Jugendlichen
Depression und Suizidalität sind sich überlappende Phänomene. Während Suizide im Kindesalter eher selten sind, nimmt ab dem Alter von 15 Jahren die Suizidrate kontinuierlich zu. Die Selbsttötung gehört zu den häufigsten Todesursachen im Jugendalter. Insgesamt besteht bei Depression ein 7-20fach erhöhtes Risiko eines Suizides und ein 12-15 fach erhöhtes Risiko eines Suizidversuches. Jungen haben im Vergleich zu Mädchen ein dreimal so hohes Suizidrisiko. Ein erhöhtes Risiko besteht auch dann, wenn Suizide oder Suizidversuche in der Familie oder im Freundeskreis bereits vorgekommen sind (Modellcharakter) und bei Jugendlichen, die bereits einen Suizidversuch hinter sich haben. Suizidandrohungen sollten immer ernst genommen werden. Wichtig dabei ist, dass Eltern mit ihrem Kind ins Gespräch kommen, ihm Hilfe anbieten oder Anlaufstellen nennen, wo es sich Hilfe holen kann. Bei anhaltender unberechenbarer Stimmung des Kindes, Äusserung eines (realistischen) Planes zur Selbsttötung oder wenn die Eltern den Kontakt zu ihrem Kind verlieren, sollte umgehend eine Praxis oder Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und - Psychotherapie kontaktiert und schnellstmöglich ein Termin wahrgenommen werden. Im Fall von konkreten Suizidandrohungen können Eltern zum Schutze der Kinder den Sozialpsychiatrischen Dienst der Stadt oder die Polizei benachrichtigen.

Depressive Symptome bei Kleinkindern (1-3 Jahre)
vermehrtes Weinen, wirken traurig
ausdrucksarmes Gesicht
erhöhte Reizbarkeit, Irritabilität 
essen schlecht
Schlafstörungen (Ein- und Durchschlafstörungen oder übergrosses Schlafbedürfnis)
überanhänglich, können schlecht alleine sein
Selbststiumulierendes Verhalten: Schaukeln des Körpers, exzessives Daumen-lutschen, genitale Manipulation
Teilnahmslosigkeit, Spielunlust
Depressive Kleinkinder zeigen zudem häufig eine Entwicklungsverzögerung. Sie lernen später laufen und sprechen, entwickeln geringere grob- und feinmotorische Geschicklichkeit und auch kognitive Fähigkeiten können sich langsamer entwickeln.

Depressive Symptome bei Kindern im Vorschulalter (3-6 Jahre)
trauriger Gesichtsausdruck
verminderte Gestik und Mimik, psychomotorische Hemmung
leicht irritierbar, stimmungslabil, auffällig ängstlich
mangelnde Fähigkeit sich zu freuen
Teilnahmslosigkeit, Antriebslosigkeit, introvertiertes Verhalten
Vermindertes Interesse an motorischen Aktivitäten
Innere Unruhe und Gereiztheit zeigen sich in unzulänglichem/kontaktarmem, aber auch aggressivem Verhalten
Ess- und Schlafstörungen
erste Vorformen typisch "erwachsener" Symptome: Äußerung der Annahme, dass keiner mit ihnen spielen wolle, keiner sie liebe und keiner Zeit für sie habe.

Depressive Symptome bei jüngeren Schulkindern (6- ca. 12 Jahre)
In diesem Alter treten die psychischen Symptome der Depression in den Vordergrund, die Kinder sind niedergeschlagen, resigniert und ängstlich. Zudem kann es zu verbalen Berichten kommen über:
Traurigkeit
Denkhemmungen wie Konzentrationsschwierigkeiten und Gedächtnisstörungen
Schulleistungsstörungen
Zukunftsangst, Ängstlichkeit
unangemessene Schuldgefühle und unangebrachter Selbstkritik
psychomotorischer Hemmung
Appetitlosigkeit
(Ein-)Schlafstörungen
suizidalen Gedanken
 

Depressive Symptome im Pubertäts- und Jugendalter (13-18 Jahre)
Körperliche Symptome:
psychosomatische Beschwerden (Kopfschmerzen), Gewichtsverlust
Ein- und Durchschlafstörungen (häufig auch übermässiges Schlafbedürfnis)
Im Vordergrund stehen die psychischen Symptome:
vermindertes Selbstvertrauen (Selbstzweifel) 
Apathie, Lustlosigkeit, Konzentrationsmangel
Stimmungsanfälligkeit
rhythmische Schwankungen des Befindens
Leistungsstörungen
Gefühl, den sozialen und emotionalen Anforderungen nicht gewachsen zu sein, Gefahr der Isolation, des sozialen Rückzugs
Anstieg der Suizidgedanken und Versuche
Im Jugendalter verändert sich das Verhältnis depressiver junger Männer zu jungen Frauen etwa zu 1:2.

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Zusätzliche Informationen

- Information 1: In der Schweiz:
http://www.bag.admin.ch/themen/medizin/00683/03923/04120/index.html?lang=de


Weiterführende Ideen

- Schulinterne Weiterbildung zum Thema Depression: Im Kanton AR besteht eine Arbeitsgruppe „Lehrende und Lernende“ und „Betroffenen und Angehörige“ beim Projekt „Bündnis gegen Depression“
 

Depressive Symptomatik bei Erwachsenen

Einige Fakten:
• Depressionen treten bei Menschen aller sozialen Schichten, Kulturen und  Nationalitäten auf
• Etwa 20% aller Menschen erfahren im Laufe ihres Lebens zumindest einmal eine
depressive Episode
• Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer
• Auch Kinder können an einer Depression leiden
• Nur die Hälfte aller Depressionen wird erkannt
• Etwa 10% aller schwer Depressiven begehen Selbstmord

Was ist eine Depression?

Wir alle kennen Phasen der inneren Erschöpfung und der Verzagtheit. Solche Phasen können durch viele Ereignisse ausgelöst werden. Der Verlust eines Partners, berufliche Erfolglosigkeit oder eine private Enttäuschung können so belastend sein, dass sie alle anderen Bereiche des Lebens negativ beeinflussen. Aus der Sicht eines Arztes muss es sich dabei nicht um eine Depression handeln. Es kann auch sein, dass Trauer und Mutlosigkeit normale Reaktionen unserer Psyche auf diese Lebensprobleme sind. In einem solchen Fall ist die Lebenskrise, das Stimmungstief, eng mit dem Lebensproblem verbunden, das sie ausgelöst hat. Sobald der Verlustschmerz oder die Überlastung nachlässt, hellt sich die Stimmung wieder auf.
Eine Depression im medizinischen Sinn ist jedoch etwas anderes: eine behand-lungsbedürftige, psychiatrische Erkrankung. Wer an einer Depression erkrankt ist, kann sich nicht mehr aus eigener Kraft aus der gedrückten Stimmung be-freien. Aufforderungen wie "Nimm dich zusammen" oder "Mach doch mal Urlaub" helfen nicht weiter. Eine Depression kann, wenn sie nicht richtig behandelt wird, Monate oder sogar Jahre dauern.

Was unterscheidet eine Depression von einer normalen Trauerreaktion?

Die Symptome einer Depression lassen sich nicht mit einigen Worten zusammenfassen. Es gibt kein einheitliches Erscheinungsbild dieser Erkrankung. Zwei Menschen, die an einer Depression erkrankt sind, können unter sehr unterschiedlichen Symptomen leiden. Es gibt Überschneidungen mit anderen Erkrankungen, wie auch jedes einzelne Anzeichen einer Depression von einer anderen Erkrankung herrühren kann. Es ist von großer Wichtigkeit, mit einem Arzt über seine Beschwerden zu sprechen. Ein erfahrener Arzt kann feststellen, ob jemand an einer Depression erkrankt ist oder ob er unter Lebensproblemen leidet; vielleicht liegt auch eine andere Erkrankung vor. Eine Depression ähnelt in einigen Anzeichen einer "normalen" Trauerreaktion. Der Betroffene ist mutlos, verspürt eine tiefe Leere oder Traurigkeit. Beschäftigungen, denen er früher gerne nachging, machen ihm jetzt keine Freude mehr, er vernachlässigt Hobbys und andere Freizeitaktivitäten. Es gibt jedoch einige Anzeichen, die eine Depression von einer "gesunden" Trauerreaktion unterscheiden.
Trauer "ohne" Grund: Phasen der Trauer sind im allgemeinen nach einigen Tagen, Wochen oder Monaten überwunden. Eine unbehandelte Depression hin-gegen zieht sich häufig über einen langen Zeitraum hin; oft dauert sie solange, dass man sie schliesslich nicht mehr auf ein belastendes Ereignis zurückführen kann. Eine Depression kann auch ohne ein äusseres Ereignis auftreten.
Keine Aufheiterbarkeit: Ein Mensch, der an einer Depression leidet, lässt sich in der Regel nicht von seinen Empfindungen ablenken. Im Kreise von Freunden oder im Urlaub wird ihre Stimmung nicht besser, oft sogar noch niedergedrück-ter.
Stimmungsschwankungen im Laufe des Tages: Eine weitere Besonderheit der Depression, die diese Erkrankung von einer normalen Verstimmung unter-scheidet, ist, dass die Beschwerden in Abhängigkeit von der Tageszeit auftreten können (Tagesschwankungen): Der Betroffene ist am frühen Tag besonders trau-rig oder mutlos (Morgentief), während es gegen Nachmittag zu einer Aufhellung der Stimmung kommt. Der Stimmungsrhythmus kann jedoch auch anders ver-laufen: Er beginnt mit einem Hoch am Morgen und endet mit gedrückter Gefühls-lage am Abend. Bei einer schweren Depression sind diese Stimmungs-schwankungen oft ein Zeichen für eine einsetzende Besserung, während anfangs die Stimmung durchgängig gedrückt ist, gibt es jetzt immerhin erste Phasen der Aufhellung.

Woran erkennt man eine Depression?

Im Folgenden werden die wichtigsten Anzeichen aufgeführt, die auf eine Depression schliessen lassen. Es ist wichtig zu wissen, dass sich eine Depression auf sehr unterschiedliche Art und Weise äussern kann. Ausserdem können viele der unten aufgeführten Beschwerden auch durch andere Erkrankungen verursacht werden. Deswegen ist der Gang zu einem Arzt so wichtig: Nur er kann andere körperliche Störungen ausschließen und mit letzter Sicherheit feststellen, dass die Beschwerden ihren Grund in einer Depression haben.
Traurige Stimmung: Im Vordergrund der Beschwerden steht meist das Gefühl der tiefen Traurigkeit und der Freudlosigkeit. Der Erkrankte fühlt sich niederge-schlagen und mutlos; die Stimmung ist getrübt. Manche Betroffene berichten auch von einem "Gefühl der Gefühllosigkeit" oder von einer inneren Leere. Zu dieser Trauer tritt eine Hoffnungslosigkeit. Der Erkrankte glaubt, dass er keine Zukunft mehr hat und dass er an seiner Situation nichts mehr ändern kann.
Störungen des Antriebs und der Entscheidungsfähigkeit: Wer von einer Depression betroffen ist, kann sich oft zu nichts mehr entschliessen; selbst einfa-che Verrichtungen machen grosse Mühe. Der Erkrankte kann sich nicht entschei-den, was er tun möchte, wägt endlos ab, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Dies lässt sich manchmal auch am Gesichtsausdruck und den Bewegungen er-kennen. Die Augen strahlen nicht mehr, das Gesicht wirkt wie versteinert. Die Bewegungen mancher Depressiven wirken eingeschränkt und kraftlos. Man kann dem Erkrankten sein Leid förmlich ansehen. Der Mediziner spricht hier von einer Verarmung von Mimik und Motorik.
Konzentrationsstörungen: Vielen Erkrankten fällt es schwer, sich auf etwas zu konzentrieren. Die Arbeit strengt sie übermässig an, sie fühlen sich von Aufgaben überfordert, die sie früher ohne Probleme erledigt haben. Viele Betroffene berich-ten auch von einem "Kreisen" der Gedanken. Es fällt ihnen schwer, sich von eini-gen wenigen Überlegungen zu lösen, über die sie immer wieder nachgrübeln müssen.
Schuld- und Minderwertigkeitsgefühle: Wer an einer Depression leidet, glaubt meist, dass er in irgendeiner Form selbst an seiner Erkrankung schuld ist. Das Leiden wird nicht als Folge einer Erkrankung gesehen, sondern als Konsequenz des eigenen Versagens. Außerdem quälen oft unangebrachte Schuldgefühle. Vie-le Betroffene finden ihre eigene Energielosigkeit unverzeihlich oder machen sich Vorwürfe, weil sie die tägliche Aufgaben nicht mehr erfüllen oder hinter ihren selbstgesteckten Zielen zurückbleiben. Diese Schuldgefühle können sich bis zu einem Wahn steigern, in dem der Betroffene annimmt, dass seine Erkrankung eine Strafe für vergangene Versündigungen sei.
Schlafstörungen: Bei vielen Erkrankten kommt es während einer Depression zu Schlafstörungen. Sie wachen oft auf oder können erst gar nicht einschlafen. An-dere leiden unter einem stark erhöhten Schlafbedürfnis. Oft schlafen einige De-pressive wesentlich länger als sonst und fühlen sich trotzdem nicht erholt. Die meisten liegen trotz Müdigkeit lange wach oder wachen schon in den frühen Mor-genstunden von selbst auf.
Angst: Eine Depression wird häufig von Ängsten begleitet. Der Betroffene wird zB. von dem ständigen, unbegründeten Gefühl gequält, er sei unerwünscht oder für seine Mitmenschen eine Last. Auch machen sich viele Erkrankte vor dem Hin-tergrund ihrer Erkrankung Sorgen um ihre Zukunft. Dabei können die auftreten-den Ängste eher unbestimmt sein, das heisst, der Betroffene verspürt ein Gefühl der dauernden Sorge, ohne genau zu wissen, wovor er Angst hat. Die Angst kann sich auch auf bestimmte Dinge beziehen. So fürchten sich manche Erkrankte da-vor, unheilbar krank zu sein, ohne dass es einen wirklichen Anlass dazu gäbe. Auch eine gründliche Untersuchung durch einen Arzt beruhigt sie nicht. Andere befinden sich in ständiger Sorge, dass ihren Angehörigen etwas zustossen könn-te. Seltener kommt es auch zu Angstattacken, bei denen sich die Angst in star-ken körperlichen Anzeichen ausdrückt. Der Betroffene leidet dann zB. unter Atemnot, Herzrasen oder Schwindel. Diese körperlichen Symptome können die Angst bis zur Todesangst steigern.
Körperliche Beschwerden: Betroffene klagen über Schmerzen und Beschwer-den, für die der Arzt keine körperliche (organische) Ursache finden kann. Dabei können unterschiedlichste Körperteile und Organe betroffen sein: Manche haben ganz isoliert Schmerzen im Schulter-Arm-Gürtel oder Kopfschmerzen. Oder es kommt zu Störungen im Magen-Darm-Bereich oder zu Überempfindlichkeiten der Haut. Andere klagen über Herzschmerzen oder über ein Gefühl der Enge in der Brust.
Manische Phasen: Eine besondere Form der Depression zeigt sich im Auftreten sogenannter manischer Phasen. Eine manische Phase tritt ungefähr bei 10% aller Menschen auf, die an einer Depression erkrankt sind. In einer solchen Phase ist der Erkrankte übermässig erregt, überschätzt seine eigene Leistungsfähigkeit und verhält sich gereizt bis aggressiv. Ebenso kann es sein, dass der Betroffene durch eine extreme Heiterkeit auffällt, die im allgemeinen nicht zur tatsächlichen Situation passt. Auffällig ist auch ein nicht zu trübender Optimismus und der kaum zu bremsende Rededrang des Erkrankten. Die Symptome einer Manie stel-len insoweit fast das Gegenteil der sonstigen Anzeichen einer Depression dar. Während einer Manie kann es auch zu Wahnvorstellungen oder zu Sinnestäu-schungen kommen.
Marco S. litt längere Zeit unter einer bleiernen Müdigkeit und gedrückter Stim-mung. Immer mehr Zeit verbrachte er im Bett. Er hatte keinen rechten Appetit mehr und verlor innerhalb kurzer Zeit fünf Kilogramm Körpergewicht. Nach drei Monaten der Zurückgezogenheit begann Marco S., sich plötzlich zu verändern. Innerhalb eines Tages war er von einer ansteckenden Fröhlichkeit und in seinem Aktivitätsdrang kaum noch zu bremsen. Auch seine Müdigkeit war wie weggebla-sen, er kam mit wenigen Stunden Schlaf in der Nacht aus und war doch immer hellwach. Seine Freunde freuten sich zunächst darüber, da es doch offensichtlich mit ihm bergauf ging. Dann stellten sie jedoch fest, dass Marco S. sich immer seltsamer benahm: Er begann, finanziell über seine Verhältnisse zu leben, grün-dete gleichzeitig mehrere Firmen und veranstaltete aufwendige Feste, deren Kos-ten er nicht tragen konnte. Wenn ihm jemand widersprach oder ihn gar bremsen wollte, wurde Marco S. schnell aggressiv. Ein zu Rate gezogener Psychiater stell-te schließlich die Diagnose "bipolare manisch depressive Störung als eine Unter-form der Depression".
Wenn Sie bei sich ein oder mehrere der genannten Anzeichen entdecken, so be-deutet dies nicht, dass sie an einer Depression leiden. Es ist aber wichtig, dass Sie mit einem Arzt - am besten ihrem Hausarzt - über diese Probleme sprechen. Nur ein ausgebildeter Mediziner kann mit Sicherheit ausschliessen, dass ihre Be-schwerden nicht auf anderen, körperlichen Ursachen beruhen. Dabei ist es we-sentlich, dass Sie Ihrem Hausarzt keine Informationen vorenthalten. Seelische Probleme gelten in der Gesellschaft viel zu oft als ein Zeichen von Schwäche. Dementsprechend reden viele Menschen beim Arzt lieber über körperliche Be-schwerden, wie z.B. Kopfschmerzen, Rückenbeschwerden oder allgemeine Mü-digkeit. Solche Probleme werden dann oft als allgemeiner Erschöpfungszustand bewertet. Helfen Sie ihrem Arzt bei der Diagnose, indem Sie ihn umfassend über Ihre Beschwerden informieren. Dabei sollten auch sogenannte "Tabuthemen" nicht ausgespart werden: Haben Sie kein Verlangen mehr nach Sex? Fühlen Sie sich beruflich oder privat stark unter- oder überfordert? Haben Sie in letzter Zeit an Selbstmord gedacht? Fällt es Ihnen schwer, sich auf ihre Tätigkeiten zu kon-zentrieren?
Wird eine Depression festgestellt, kann der Arzt eine wirksame Therapie anbie-ten. Diese wird er allein oder in Zusammenarbeit mit einem Psychologen durch-führen. Handelt es sich um eine schwere Form der Depression oder tritt nach zwei bis drei Monaten der Behandlung keine Besserung ein, so wird Sie der Hausarzt wahrscheinlich an einen Facharzt überweisen.
 
Was bedeutet Suizidgefahr?
Viele Depressive fühlen sich nutzlos oder schämen sich für Ereignisse, die anderen Menschen gar nicht aufgefallen sind. Dabei entwickeln sie häufig ein Gefühl der eigenen Wert- und Nutzlosigkeit. Sie sehen in ihrem Leben keinen Sinn mehr und wünschen sich häufig, dass sie einfach nicht mehr existierten. In einer solchen Situation erscheint dem Betroffenen oft der eigene Tod als einziger Ausweg.
Diese Selbstmordgefahr, die der Mediziner Suizidgefahr nennt, ist eine häufige, früher oder später auftretende Begleiterscheinung einer Depression. Sie ist ein hohes Risiko für den Patienten. Gerade deswegen ist der Gang zum Arzt so wich-tig: Nur er kann feststellen, ob jemand wegen eines Lebensproblems eine Phase der Trauer oder Enttäuschung durchmacht, oder ob er an einer Depression er-krankt ist.
Hier besteht auch eine wichtige Aufgabe für Freunde und Angehörige. Häufig wurde ein Selbstmord vorher angekündigt. Nehmen Sie die Andeutung von Selbstmordabsichten ernst. Versuchen Sie nicht, dem Gefährdeten den Selbst-mord auszureden. Nehmen Sie - sofern der Betroffene schon in ärztlicher Be-handlung ist - Kontakt zum behandelnden Arzt auf. Bis ein Arzt die Verantwor-tung übernommen hat, sollten Sie den Erkrankten beobachten und ihm die Mög-lichkeit eines Gesprächs bieten. Die Möglichkeit, über seine Sorgen zu reden, verschafft dem Depressiven - wie auch dem Gesunden - Entspannung und hilft  über akute Selbstmordgedanken hinweg.
Wie verläuft eine Depression?
Eine Besonderheit der Depression ist ihr Auftreten in Episoden, der Mediziner nennt dies auch "Phasisches Auftreten".
Circa 30% der Betroffenen erleben lediglich eine einmalige depressive Phase. Von einer solchen Phase spricht man, wenn der Betroffene einmal an einer De-pression erkrankt ist und diese ausheilt, ohne dass Beschwerden zurückbleiben. Diese Tatsache ist aus Sicht des Erkrankten und seiner Angehörigen von beson-derer Bedeutung: Eine Depression ist nicht zwangsweise eine chronische, d.h. eine dauerhaft bestehende Erkrankung. Es besteht sogar eine gute Aussicht, dass es sich um ein einmaliges Erlebnis handelt. Eine depressive Phase kann von sehr unterschiedlicher Länge sein. Grober Mittelwert ist eine Länge von drei bis zwölf Monaten. Es kommen jedoch auch wesentlich kürzere Phasen von einigen Stunden, Tagen oder Wochen vor.
Eine weitere Form der Depression ist das Auftreten in abwechselnd manischen und depressiven Phasen. Diese Form heißt in der medizinischen Fachsprache Bi-polare Störung. Treten mehr als vier Phasen in einem Jahr auf, so spricht der Arzt von einem Rapid-cycling-Syndrom.
Sind die Symptome der Depression zwar chronisch, aber eher leichter Natur, so bezeichnet man sie als Dysthymie. Bei dieser Form der Depression leidet der Be-troffene an einer dauerhaften Herabgestimmtheit, die jedoch nicht die Intensität der schweren Depression (major depression) erreicht. Der Erkrankte ist zwar langfristig beeinträchtigt, kann jedoch in vielen Fällen noch ein weitgehend nor-males Leben führen und am Arbeitsleben teilnehmen. Die Dysthymie wurde frü-her depressive Neurose genannt.
Es gibt außerdem noch einige Verlaufsformen der Depression, die meist nach ih-rem vermuteten Auslöser benannt sind. Viele dieser Auslöser sind wissenschaft-lich nicht belegt, beispielsweise die angebliche Feiertagsdepression. Es gibt einige Lebensumstände, bei denen es erwiesenermassen häufiger zu einer Depression kommt. Ein Beispiel ist die Wochenbettdepression. Manche Frauen leiden in Laufe der ersten zehn Tage nach einer Entbindung an Depressionen, die jedoch meist schnell abklingen. Ein ähnliches Phänomen tritt in den Wechseljahren der Frau auf. In beiden Fällen wird vermutet, dass die Depression durch die Umstellungen im Hormonhaushalt verursacht wird.
Ein weiteres Beispiel einer Depression, die wahrscheinlich durch einen besonde-ren Umstand ausgelöst wird, ist die sogenannte saisonale, d.h. jahreszeitabhän-gige Depression. Es ist bekannt, dass in den Herbst- und Wintermonaten gehäuft depressive Erkrankungen auftreten. Diese werden auf die geringe Lichtmenge in den dunklen Monaten zurückgeführt. Diese besondere Form der Depression ver-sucht man durch eine Lichttherapie zu behandeln. Dabei wird der Patient einer intensiven Lichtbestrahlung ausgesetzt, die in ihrer Zusammensetzung dem na-türlichen Tageslicht entspricht.
Wie entsteht eine Depression?
Anders als ein Beinbruch lässt sich eine Depression im allgemeinen nicht auf eine einzelne Ursache zurückführen. Meist sind verschiedene Faktoren beteiligt, die erst im Zusammenspiel eine Depression entstehen lassen. Vereinfacht lässt sich jedoch sagen, dass es innere und äussere Umstände gibt, deren Vorhandensein einen Menschen an einer Depression erkranken lassen.
Um das Zusammenwirken dieser Faktoren zu verstehen, muss man wissen, wie sich die Informationsweitergabe innerhalb unseres Gehirns abspielt. Die einzel-nen Nervenzellen, die unseren Körper durchziehen und aus denen unser Gehirn besteht, tauschen untereinander Informationen aus. Dabei können Informationen als Sinneseindrücke registriert werden, z.B. als Anblick eines Bildes oder als Hö-ren von Musik. Es kann sich aber auch um Gefühle oder Gedanken handeln. Die Weitergabe solcher Informationen zwischen einzelnen Zellen des Gehirns findet durch die Ausschüttung von Botenstoffen statt, den sogenannten Neurotransmit-tern.
Nach Ansicht der neueren Wissenschaft kommt es während einer Depression zu einer Störung dieses Stoffwechsels im Gehirn. Vor allem bestimmte Botenstoffe, Serotonin und Noradrenalin, sind aus der Balance geraten. Durch diese Stoff-wechselstörung sinkt die Fähigkeit, Empfindungen wie Freude oder Zufriedenheit zu verspüren; negative Gefühle werden übermächtig. Diese Stoffwechselstörung wird oft durch einschneidende Lebensereignisse verursacht. Ein solches Ereignis kann bereits ein Umzug in eine fremde Stadt sein. Auch Lebensprobleme können für diese Störung verantwortlich sein: Verlust des Partners, Tod eines Angehöri-gen, dauernde berufliche Über- oder Unterforderung.
In der Medizin ist umstritten, was blosse Rahmenbedingung und was eigentliche Krankheitsursache ist. Je nach Sichtweise kann man annehmen, dass Verände-rungen des Stoffwechsels im Gehirn lediglich eine Begleiterscheinung der krank-machenden Lebensprobleme sind. Andererseits lässt sich natürlich auch sagen, dass alle Menschen in ihrem Leben Verluste und Trennungen erleiden oder Pha-sen der Überlastung durchstehen müssen, aber nur wenige daraufhin an einer Depression erkranken.
Außerdem gibt es auch Menschen, die an einer Depression erkranken, die eigent-lich gar keine Probleme haben. Bei ihnen kommt es ohne jeglichen Anlass zu ei-nem Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn.
Wichtig ist an diesem Streit vor allem eins: Bei einer Depression spielen körperli-che und seelische Faktoren eine Rolle. Eine sinnvolle Therapie gewichtet diese Faktoren individuell und stellt die Behandlungsformen auf den jeweiligen Schwerpunkt des Einzelfalls ab. Eine pauschale Behandlungsform, die bei allen Erkrankten gleich gut hilft, gibt es nicht.
Wie wird eine Depression behandelt?
Für den Erkrankten ist bei der Behandlung vor allem eins wichtig: Eine Depression kann vom Arzt vielfach mit grossem Erfolg behandelt werden. Dabei kommen im wesentlichen zwei Behandlungsformen zum Einsatz: Die Therapie mit Arzneimitteln und die Psychotherapie.
Bei leichten Formen der Depression ist nach dem heutigen Wissensstand von ei-ner Gleichwertigkeit einer Behandlung mit Medikamenten und bestimmten For-men der Psychotherapie auszugehen. Handelt es sich um eine schwere Form der Depression, so ist zunächst eine Therapie mit Arzneimitteln zu wählen, da sie den grössten Erfolg vorweisen kann. Schlägt diese Therapie nicht gleich an, so ist durch einen Arzt oder einen Psychologen eine begleitende Psychotherapie durch-zuführen. Es ist auch möglich, beide Therapieformen zu kombinieren. Der behan-delnde Arzt wird die Behandlung einer Depression immer auf den einzelnen Pa-tienten individuell abstimmen. Von besonderer Bedeutung für die Behandlung eines depressiven Menschen ist dabei das Gespräch. Der Erkrankte muss die Möglichkeit haben, über sein Leiden und seine Sorgen sprechen zu können. Diese Möglichkeit wird ihm der Arzt oder der Psychologe neben der Psychopharmaka- und der Psychotherapie bieten.
Es gibt auch depressive Erkrankungen, die nicht behandelbar sind, diese werden fachsprachlich therapieresistente Depression genannt.
Therapie mit Arzneimitteln/Psychopharmakotherapie
Medikamente, die eine psychische - zum Beispiel stimmungsaufhellende oder beruhigende - Wirkung entfalten, nennt man Psychopharmaka. Im Fall einer Depression werden vom Arzt Medikamente verschrieben, die sich Antidepressiva  nennen. Diese Medikamente wirken auf den Stoffwechsel im zentralen Nervensystem, dem Gehirn. Sie sind in der Lage, die Menge der Botenstoffe zu normalisieren und ermöglichen so die Genesung des Erkrankten bzw. schaffen die Voraussetzung für eine Psychotherapie. Die Botenstoffe, die dabei reguliert werden, heissen Serotonin und Noradrenalin. Antidepressiva sind keine Stimmungsaufheller oder Aufputschmittel, mit deren Hilfe man vorhandene Probleme überdecken kann. Bei einem gesunden Menschen entfalten sie keine Wirkung. Sie normalisieren lediglich den aus der Balance geratenen Stoffwechsel im Gehirn. Es ist wichtig zu wissen, dass bei den Antidepressiva kein Abhängigkeitsrisiko besteht.

Eine andere Medikamentengruppe als die Antidepressiva sind Benzodiazepine. Diese Medikamente werden manchmal begleitend für einige Tage bis Wochen eingesetzt, um die Angst zu lindern, die oft begleitend zur Depression auftritt. Sie lindern somit die akuten Beschwerden, haben aber keine dauerhafte antidepressive Wirkung. Da bei ihnen die Gefahr der Abhängigkeit besteht, dürfen sie nicht länger als vier Wochen eingesetzt werden.
Verzögerte Wirkung (Wirklatenz)
Wichtig ist weiterhin, dass Antidepressiva ihre Wirkung nicht sofort entfalten; im allgemeinen dauert es zwei bis drei Wochen, bis sich die Wirkung zeigt. Wer An-tidepressiva nimmt, muss über diese sogenannte Wirklatenz Bescheid wissen, damit er über die fehlende Wirkung in der ersten Zeit nicht enttäuscht ist. Dem-entsprechend ist es wichtig, das Medikament nicht schon nach einigen Tagen ab-zusetzen, weil es noch nicht die gewünschte Wirkung entfaltet. Nach Ablauf des angesprochenen Zeitraums von zwei bis drei Wochen sollte sich eine aufhellende Wirkung einstellen. Geschieht dies nicht, sollte der behandelnde Arzt darüber informiert werden.
Nebenwirkungen
Antidepressiva können wie alle Arzneimittel auch unerwünschte Effekte besitzen. Diese sogenannten Nebenwirkungen treten oft zu Beginn der Behandlung auf und verringern sich im Verlaufe der Therapie oder verschwinden ganz. Sie lassen sich nicht allgemein vorhersagen, sondern treten in unterschiedlichen Formen auf. Manche Patienten klagen anfangs über Übelkeit oder Erbrechen, bei anderen kommt es zu Gewichtszunahme oder Verstopfung.
Wichtig ist, dass der Patient das Medikament nicht eigenmächtig absetzt oder niedriger dosiert. Informieren Sie den behandelnden Arzt über Nebenwirkungen. Wenn Nebenwirkungen nicht von selbst aufhören, besteht die Möglichkeit, diese über eine Veränderung der Dosis des Medikamentes zu reduzieren. Ebenso kann der Arzt unter Umständen ein anderes Präparat verordnen, das bei der gleichen Wirksamkeit gegen die Depression nicht diese oder eine schwächere Form dieser Nebenwirkungen hat. Nebenwirkungen sind kein unabwendbares Los, das einfach hingenommen werden muss.
Dauer der Behandlung
Auch wenn ein Antidepressivum seine Wirkung entfaltet hat, ist es unerlässlich, dass der Erkrankte dieses Medikament weiterhin regelmässig und in der verord-neten Dosis einnimmt. Die regelmässige Einnahme der Arznei stellt eine Grund-voraussetzung für die Genesung von der Depression dar. Auch nach Besserung der Beschwerden ist eine sogenannte Erhaltungstherapie notwendig, um einen Rückfall zu verhindern. Hierbei ist es normalerweise notwendig, dass über einen Zeitraum von sechs Monaten regelmässig ein Antidepressivum eingenommen wird. Diese Erhaltungstherapie wird auch dann empfohlen, wenn es sich um das erste Auftreten einer Depression bei Betroffenen handelt. Kommt es immer wie-der zu depressiven oder manisch-depressiven Phasen, so ist eine dauerhafte Be-handlung mit einem Antidepressivum oder mit einem Lithiumpräparat notwendig.
Psychotherapie
Psychotherapie bedeutet Behandlung der Seele. Heute versteht man darunter die Behandlung seelischer Erkrankungen durch Gespräche und Übungen mit dem Psychotherapeuten. Eine psychotherapeutische Behandlung dient dazu, die Gründe der Erkrankung, die nicht-körperlicher Natur sind, zu ermitteln und zu behandeln.
Vereinfacht lässt sich die Psychotherapie in zwei Richtungen aufteilen: Verhaltenstherapeutische Ansätze und tiefenpsychologische Ansätze.
Die Tiefenpsychologie versucht, die Gründe für die seelische Störung zu finden. In einem Verfahren, das unter Umständen lange dauert, versucht der Therapeut, Erlebnisse im Leben des Betroffenen zu ermitteln, die zu der psychischen Erkrankung geführt haben können. Die Erlebnisse werden meist in der frühkindlichen Entwicklung vermutet.
Die Verhaltenstherapie basiert auf den Ergebnissen der Lernforschung. Ihr Ziel ist es, dass der Erkrankte durch Gespräche, Übungen und neue Einsichten seine Verhaltensweisen erkennt und ändert. Dabei wird die seelische Erkrankung als eine Art falsch eingeübtes Verhalten angesehen, das man durch entsprechendes Training wieder ändern kann.

Behandlungsmöglichkeiten der Naturheilkunde
Bei einem schweren depressiven Krankheitsbild müssen in der Regel psycho-pharmakologische Medikamente zum Einsatz kommen, um das Risiko eines Suizidversuches des Patienten zu verringern.
Die Naturheilkunde kann begleitend eingesetzt werden.

Die Naturheilkunde betrachtet den Menschen ganzheitlich : Körper, Geist und Seele werden als Einheit wahrgenommen, die aufeinander einwirken. Ein ganz-heitliches Therapiekonzept vermag körperliche Symptome auf ihre seelischen Wurzeln zurückzuführen.
Der Heilpraktiker setzt durch homöopathische Arzneien, Kräuterrezepturen, Aku-punktur oder andere Naturheiltherapien die Heilung in Gang. Naturheilkundliche Anwendungen unterstützen und fördern die Selbstheilungskräfte des Körpers.

Die Ernährung kann eine wesentliche Rolle bei Depressionen spielen. Eine vorhandene Depression kann verstärkt werden durch Nahrungsmittel-unverträglichkeiten, zB. Zucker, Milchprodukte, Phosphate, Glutamate.
Zucker im Übermass konsumiert kann unsere Stimmung negativ beeinflussen: man wird zappelig, unruhig und kann sich nicht lange konzentrieren. Wenn jemand zu viel Kaffee oder Energiedrinks mit dem Inhaltsstoff Koffein trinkt, strapaziert er seine Nerven und es entstehen nervliche Anspannungen, d.h. man wird nervös.
Krankheit und Stress brauchen viele Mineralstoffe und Vitamine. Wenn diese nicht genügend zugeführt werden, können auch Depressionen entstehen.
B-Vitamine haben eine ausgeprägte antidepressive Wirkung. B-Vitamine sind die Vitamine für unser Nervenkostüm. B-Vitamine kommen vor allem in Vollkornprodukten und Naturreis vor.
Ein anderes Vitamin: die Folsäure – kurbelt die Bildung des Glückshormons Serotonin an. Serotonin finden wir in vielen Gemüsesorten wie Spinat, Kohl, Bohnen und Salat.
Auch das bekannte Vitamin C, das in allen Früchten vorkommt, ist ein wichtiges Antidepressivum-Vitamin.

Unser Körper braucht Sauerstoff, Bewegung und Licht.
Regelmässige körperliche Betätigung, am besten in der Natur, wirkt günstig auf unsere Stimmungslage. Es werden natürliche Substanzen in unserem Gehirn angeregt, die Glückshormone ausschütten und so unser Wohlbefinden steigern.

Was können Angehörige und Freunde tun?
Wie man jemandem helfen kann, der an einer Depression erkrankt ist, lässt sich nicht pauschal beantworten.
Die Familie und der Freundeskreis eines Erkrankten stehen oft vor einer schwierigen Situation: das Erscheinungsbild einer psychiatrischen Erkrankung ist vielen Menschen unbekannt und löst - besonders wenn sie schwer ist - Unsicherheit oder sogar Ablehnung aus.
Beteiligen Sie sich an der Aufklärung über die Erkrankung, sprechen Sie mit Freunden und Bekannten über das Thema Depression. Zeigen Sie Verständnis für die Situation des Erkrankten. Versuchen Sie nicht, dem Betroffenen klar zu ma-chen, dass sein Leben doch gar nicht so schlimm sei oder dass es andere Men-schen gäbe, denen es schlechter ginge. Solche - oft gut gemeinten - Aufmunte-rungsversuche bestärken in einem Depressiven nur das Gefühl, versagt zu haben und sein Leben nicht meistern zu können.
Regelmäßigkeit der therapeutischen Maßnahmen: Wenn Sie mit jeman-dem, der an einer Depression erkrankt ist, in einem Haushalt leben, achten Sie darauf, dass der Betroffene seine Medikamente regelmäßig nimmt und seine Termine mit einem Arzt oder Psychotherapeuten auch wirklich einhält. Dies be-deutet nicht, dass Sie Ihrem Freund oder Angehörigen nachspionieren sollen oder dass Sie ihn bevormunden. Wer an einer Depression erkrankt ist, neigt je-doch dazu, an seine Heilung nicht zu glauben und empfindet unter Umständen bereits das Wahrnehmen von Arztterminen als große Belastung. Hier können die Freunde und Angehörigen einfühlsam Hilfestellung leisten.
Ausserdem empfinden viele Depressive ein unbestimmtes Gefühl der Schuld. So kommt es vor, dass ein Betroffener seine Beschwerden nicht auf seine Erkran-kung zurückführt, sondern sie als eine Form von Strafe für Fehlverhalten ansieht. Auf der anderen Seite brechen viele depressive Patienten die Behandlung von sich aus ab, wenn die ersten Anzeichen einer Besserung eintreten. Dies birgt die Gefahr, dass es innerhalb kürzester Zeit wieder zu einer Verschlechterung des Zustandes kommt. Gerade bei der Langzeitbehandlung wird Geduld benötigt.
Selbstmordrisiko: Eine Depression wird oft von einem Selbstmordrisiko beglei-tet. Nehmen Sie entsprechende Andeutungen des Betroffenen ernst. Oft wurde ein Selbstmord vorher angekündigt. Versuchen Sie nicht, einem Depressiven die Idee des Selbstmordes einfach auszureden. Auch wenn Ihr Freund oder Angehö-riger Ihnen gegenüber von seinen Todesgedanken Abstand nimmt, kann es sein, dass diese in kurzer Zeit zurückkehren. Geben Sie ihm Gelegenheit, sich auszu-sprechen. Wer an einer Depression leidet, sollte immer die Möglichkeit haben, mit jemandem reden zu können. Eine Depression einschliesslich ihrer Begleit-erscheinungen ist nichts, was man mit dem Willen überwinden kann. Benachrich-tigen Sie den behandelnden Arzt.
Gestaltung des Tagesablaufs: Einem Depressiven fällt es oft sehr schwer, sich zu irgendwelchen Aktivitäten aufzuraffen. Bereits das Aufstehen und das Anklei-den stellen grosse Hürden dar. Hier können Angehörige und Freunde Hilfe leis-ten, indem sie den Erkrankten dabei unterstützen, zu einem geregelten Tagesab-lauf zu finden. Diese Unterstützung sollte nicht in Bevormundung oder Massrege-lung ausarten. Eine Möglichkeit der Hilfe besteht zum Beispiel darin, eine feste Zeit für einen gemeinsamen Spaziergang zu verabreden.
Keine Überforderung: Eine wichtige Regel bei der Hilfe von Angehörigen und Freunden besteht darin, Überforderungen zu vermeiden. Gerade am Anfang sei-ner Erkrankung muss der Betroffene auch lernen, sich fallen lassen zu können und seine Antriebsarmut zu akzeptieren. Vorsicht ist jedoch nicht nur bei einer Überforderung des Erkrankten geboten, sondern auch bei einer Überlastung des Helfers. Wer einem psychisch kranken Menschen als Freund oder Angehöriger zur Seite stehen will, sollte sich über die möglichen Belastungen im klaren sein. Eine psychische Erkrankung unterscheidet sich insoweit nicht von einer körperlichen Krankheit. Genauso wenig wie sich eine Depression mit dem puren Willen über-winden lässt, so wenig lassen sich alle Belastungen für das private oder häusliche Umfeld des Erkrankten nur mit gutem Willen überwinden.
Das Gespräch mit einem Menschen, der an einer Depression leidet, dreht sich oft nur um die Erkrankung selbst. Dies kann eine Belastung für den Freund oder den Angehörigen darstellen, die nicht zu unterschätzen ist. Wer einem Erkrankten helfen will, darf von sich nicht zu viel verlangen. Schaffen Sie sich Freiräume, in denen Sie andere Aktivitäten wahrnehmen. Es besteht auch die Möglichkeit, das Gespräch mit anderen Angehörigen / in Angehörigen-Selbsthilfegruppen zu su-chen.
Wie kann man einer Depression vorbeugen?
Bei der Frage nach der Vorbeugung einer Depression - der Mediziner spricht hier von einer Phasenprophylaxe - ist vor allem eins zu betonen: Ein grosser Teil der Betroffenen erlebt nur eine einzige Erkrankungsphase. Die Depression ist in der Regel kein chronisches Leiden. Deswegen stellt sich die Frage einer Vorbeugung gegen weitere depressive Phasen für viele Betroffene nicht zwingend.
Sollte man jedoch bereits eine depressive Phase hinter sich haben und die Anzei-chen einer erneuten Erkrankung bemerken, so ist es von grosser Bedeutung, nach Rücksprache mit dem Arzt bereits in diesem frühen Stadium ein antidepres-siv wirkendes Medikament zu nehmen. Medizinische Forschungen belegen, dass eine frühe Einnahme die Stärke und die Dauer einer Depression stark verringern kann. Die Einnahme dieses Medikaments darf selbstverständlich nicht nach eige-ner Idee erfolgen, sondern nur in Zusammenarbeit mit dem Arzt.

Langzeitbehandlung mit Medikamenten (Phasenprophylaxe):               
Eine wichtige Möglichkeit der Rückfallvorbeugung stellt die medikamentöse Langzeitbehandlung dar. Dies bedeutet, dass man über einen längeren Zeitraum hinweg regelmäßig Arzneimittel einnimmt, um so das Auftreten weiterer depressiver oder manischer Phasen zu verhindern. Bei dieser Langzeitbehandlung kommt vor allem eine Behandlung mit Lithiumpräparaten in Betracht. Die vorbeugende Wirkung dieser Substanz ist wissenschaftlich sehr genau untersucht. Eine andere Möglichkeit der Vorbeugung besteht in der Einnahme eines Medikaments mit der Substanz Carbamazepin (Tegretol, Carsol).
Unter der medikamentösen Langzeitbehandlung halbiert sich die Wahrscheinlich-keit eines Rückfalls. Dies schliesst weitere Phasen der Erkrankung nicht aus. Ein neuerliches Auftreten bedeutet jedoch nicht, dass die Medikamente in solchen Fällen keine Wirkung gezeigt hätten. Auch wenn bei einigen Betroffenen eine er-neute Erkrankung nicht vollkommen verhindert werden kann, so verringert sich zumindest die Häufigkeit von neuen manischen oder depressiven Phasen. Dies konnte durch umfangreiche Studien belegt werden. Dementsprechend sollte sehr genau überlegt werden, ob man eine Behandlung wegen einer neuerlichen Phase der Erkrankung abbricht.
Die Langzeitbehandlung mit Lithium kann auch Nebenwirkungen hervorrufen. Wegen der chemischen Ähnlichkeit des Lithiums mit dem Natrium kann das Li-thium den Wasserhaushalt des Körpers beeinflussen. Bei 20 bis 40% der Betrof-fenen kommt es zu einer eingeschränkten Konzentrationsfähigkeit der Nieren. Dies hat zur Folge, dass die Betroffenen häufiger Wasser lassen und mehr trin-ken müssen. Weiterhin kann es unter der Langzeitbehandlung mit Lithium zu ei-ner unerwünschten Gewichtszunahme kommen. Ebenso können Magen-Darm-Beschwerden, Händezittern oder Muskelschwäche auftreten. Bei der Behandlung mit Carbamazepin kann es ausserdem zu Müdigkeit, Schwindel, Sehstörungen oder Herzrhythmusstörungen kommen. Weiterhin kann es zu Funktionsstörungen der Schilddrüse kommen.
Bei allen Nebenwirkungen der Phasenprophylaxe ist es wichtig zu wissen, dass sie oftmals nur zu Beginn der Therapie auftreten und später wieder verschwinden können. Ebenso ist es für den Betroffenen wichtig zu wissen, dass die therapeuti-sche Wirkung von Lithium, der sogenannte phasenprophylaktische Effekt, erst mit einer Verzögerung von mindestens einem halben Jahr auftritt. Diese Tatsa-chen verdeutlichen, dass es sehr wichtig ist, die verordneten Medikamente re-gelmässig und langfristig einzunehmen.
Diese regelmässige Einnahme von Medikamenten empfinden viele Patienten als störend und einengend. Diese Einstellung resultiert jedoch oft aus einer falschen Sichtweise: die Dauerbehandlung mit Arzneimitteln sollte nicht als Beleg dafür gewertet werden, dass die Erkrankung nicht heilbar sei. Vielmehr sollte das Au-genmerk darauf gerichtet werden, dass die Langzeitbehandlung dem Betroffenen ein weitgehend beschwerdefreies Leben ermöglicht und einen guten Schutz ge-gen neuerliche Erkrankungen leistet. Insofern ist die medikamentöse Langzeitbe-handlung bei psychischen Erkrankungen zum Beispiel mit der regelmässigen Zu-führung von Insulin bei der Zuckerkrankheit zu vergleichen: Beide Therapien las-sen den Erkrankten aktiv am Leben teilnehmen und schützen ihn vor weiteren Gesundheitsschäden.
Wenn der Patient in seiner depressiven Phase Strategien gelernt hat, mit dieser Krankheit umzugehen, kennt er auch Möglichkeiten, seine Selbstheilungskräfte anzuregen und zu unterstützen. Diese Strategien gilt es zu pflegen, und zwar nicht erst in einer akuten Krankheitsphase, sondern jeden Tag.  Auf den Körper hören, auf Körpersignale zu achten und richtig darauf zu reagieren – das müssen viele Menschen in unserer Zivilisation wieder lernen. Kleinkinder können und ma-chen vieles noch unbewusst richtig, bevor es ihnen im Lauf der Entwicklung „ab-trainiert“ und „wegerzogen“ wurde. Werden wir wieder mehr wie Kinder, erinnern wir uns an unsere Kinderzeit.
 

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Krankheit kennen lernen
Die Depression ist eine Krankheit, die sich körperlich und psychisch auswirkt. Eine Depression ist kein kurzzeitiger Zustand, während dem es jemandem schlecht geht, man ist nicht kurzzeitig „nicht gut drauf“. Eine richtige Depression dauert mehrere Wochen, Monate, evt. Jahre und beeinflusst das gesamte Leben.

Depressionen (auch: depressive Störung, depressive Episode, Melancholie) zählen wohl zu den ältesten Krankheiten der Menschheit. Der Begriff der Melancholie z.B. reicht zurück bis in die Zeit des Hippokrates. Der Begriff setzt sich zusammen aus den Wortteilen: griech. mela = schwarz und chol. für Galle. Schwarze Galle stand dem damaligen humoralen Verständnis der Säftelehre zufolge für Weltschmerz, Schwermut und Selbstzweifel.

Eine Depression unterscheidet sich von der natürlichen, und auch gesunden Trauer durch ihre Intensität und ihren anhaltenden Charakter. Um Depressionen differenziert betrachten zu können, unterscheidet man bis heute mehrere Hauptformen:
1.Wenn einer Depression körperliche Ursachen zugrunde liegen dann nennt man sie somatogene Depression. (griech. soma= Körper). z.B. bei einer Schilddrüsenunterfunktion oder einer Entgleisung des Gehirnstoffwechsels.
2.Endogene Depression: Es wird vermutet, dass einerseits erbliche Faktoren in deren Entstehung mit hineinspielen, andererseits aber auch Veränderungen im Gehirnstoffwechsel dafür verantwortlich gemacht werden können. Ausgelöst wird sie in der Regel durch Veränderungen des Aufenthaltsortes, der Lebenssituation oder belastende Situationen im Umgang mit anderen Menschen. Im Verdacht stehen zudem Belastungen mit Amalgam, Umweltgiften aber auch Elektrosmog oder Wasseradern. Letztere beide entziehen sich nach wie vor hartnäckig jeder Beweisführung.
3.Psychogene Depressionen wiederum bezeichnen das Feld der seelisch erworbenen depressiven Störungen. Sie lassen sich in zwei Klassen unterteilen. Die neurotische und die reaktive Depression.
- Die neurotische Depression äußert sich als Reaktion auf ein Erlebnis aus frühen Tagen der Kindheit oder Jugend, an welches sich die Betroffenen zumeist nicht mehr erinnern. Sei es ein Mangel an frühkindlicher Geborgenheit oder ein zwischenmenschlicher Konflikt während der Pubertät. Durch aktuelle Ereignisse wie einen drohenden Partnerverlust oder die Sorge um den Arbeitsplatz können diese alten Konflikte wieder reaktiviert werden und führen dann zur jeweiligen Symptomatik.
- Reaktive Depression wiederum wird durch ein aktuelles Ereignis ausgelöst. Sei es der Tod eines geliebten Menschen, ein erlittenes schweres Unrecht oder eine durchlebte schwere Krankheit.
Dabei kann die depressive Reaktion sofort auf das auslösende Ereignis oder auch erst Wochen später auftreten.
 
Daneben gibt es zudem noch mehrere Sonderformen, die es zu unterscheiden gilt:
1.Die saisonale Depression, auch Winterdepression genannt, die von einem Lichtmangel (UV-Mangel) herrührt.
2.Die Erschöpfungsdepression ist die Antwort des Organismus auf Dauerbelastungen oder sich ständig wiederholende Traumata
3.Wochenbettdepression (Babyblues) tritt während der ersten zwei Wochen nach der Geburt auf. Zumeist klingt sie nach einiger Zeit von selbst wieder ab, es gibt auch Ausnahmen, die bis hin zum erweiterten Suizid (Mutter und Kind) gehen können.
4.Klimakterische Depression ist das Ergebnis der Hormonumstellung während der Wechseljahre. Hinzu kommen psychosoziale Auslöser wie die Angst vor dem Altwerden oder das leere Haus, nachdem die Kinder flügge geworden sind.
5.Altersdepression, die in der Regel erst ab dem 65. Lebensjahr auftritt, kann durch körperliche (hirnorganische) Abbauprozesse, aber auch durch Alterseinsamkeit und ein allgemeines Gefühl des Isoliert-seins zustande kommen.
Menschen mit Depressionen scheuen sich in der Regel davor, professionelle Hilfe anzunehmen. Leider ist dieses Krankheitsbild immer noch stigmatisiert, vergleichbar einer Geisteskrankheit. Durchschnittlich leiden Patienten erst einmal ca. 7 Jahre lang, bevor in ihnen die Bereitschaft reift, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschliessen oder einen Psychologen, bzw. Psychiater aufzusuchen. Ein weiterer Fehler, der depressiven Menschen häufig unterläuft, ist das frühzeitige Absetzen der Medikamente sobald sie sich etwas besser fühlen. Da die Antidepressiva nicht nur seelischen Schmerz dämpfen sondern auch antriebs- steigernd wirken, ist hier die Suizidgefahr nicht zu unterschätzen. Die neu gewonnene Motivationsenergie kann bei Absetzen der Medikamente schnell in die falsche Richtung zielen. Darüber hinaus zeichnen sich Depressionen aus durch eine innere Leere verbunden mit der Wahrnehmung einer tiefen Gefühllosigkeit, oftmals Schlaflosigkeit und morgendlichem Früherwachen sowie unterschiedlichem Tageserleben, das in der Regel zwischen einem morgendlichem Stimmungstief und abendlicher Besserung der Symptomatik wechselt.

Symptome:
Depressive Verstimmungen äußern sich durch Niedergeschlagenheit. Betroffene Menschen sind niedergedrückt und freudlos. Ihre seelische Gefühlswahrnehmung ist auf ein Minimum heruntergefahren. Dies äussert sich in einer allgemeinen Gefühlsarmut. Der emotionale Panzer schützt nicht nur vor Unschönem, er verhindert zugleich das Erleben von schönen Gefühlen. Nicht selten schämen sich depressive Menschen für ihre Gefühlsarmut, anstatt sie als eine Art Schutz zu begreifen.

Antriebslosigkeit und Denkhemmung sind ein weiteres mögliches Symptom, welches mit einer Depression üblicherweise einhergeht. Betroffene haben das Gefühl, eine bleierne Kappe auf dem Kopf zu tragen, die alles Denken verlangsamt. Zugleich tritt eine ausgeprägte Reaktionsarmut hinzu. Die Sprache ist leise und zögernd, die Bewegungen sind langsam und spiegeln ein Bild massiver Erschöpfung wider. Durch diese äusserliche Verlangsamung ihrer Reaktionen sind den Betroffenen ihre innere Unruhe und Ängste zumeist nicht anzumerken. Eher selten drückt sich Depression in agitierter Form, also durch Händeringen, unruhigem Hin- und Herlaufen oder andere Verzweiflungsäußerungen aus.

Erleben die Betroffenen ihre Depression hingegen nur körperlich, so spricht man von einer larvierten Depression. Ein bleischweres Körpergefühl kann ebenso darauf hinweisen wie Kopf- und Rückenschmerzen, Bauchschmerzen oder Druckschmerz im Brustbereich. Die körperlichen Symptome stehen so stark im Vordergrund, dass die Depression als eigentliches auslösendes Element häufig unentdeckt bleibt.

Einige Symptome sind jedoch so typisch für Depressionen, dass sie praktisch bei allen Formen auftreten. Dazu gehören Schlafstörungen und frühmorgendliches Erwachen genauso wie Appetitverlust sowie Libido- und Potenzstörungen.

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Zusätzliche Informationen

- Information 1: Methodensammlung von Vreni und Roland Bernet, Bernet Verlag

Weiterführende Ideen
 

Einstieg ins Thema
Bilder zum Thema liegen in der Mitte. Jede/r SchülerIn nimmt ein Bild zu sich und beschreibt sein Wissen mit Hilfe dieses Bildes.

Kontrollierter Dialog
Die TN werden in Gruppen eingeteilt. A sagt seine Meinung zur gestellten Frage (zB Depression – was ist das? Was weiss ich darüber?). B wiederholt zuerst den Kerninhalt des Gesagten. Wenn A mit der Zusammenfassung einverstanden ist, sagt er „ja“. Dann kann B die eigene Meinung vortragen, die nachher der nächste Redner zusammenfassen soll.
Wenn es nicht gelingt, das Wichtigste zu wiederholen, sagt der Partner „nein“, und der andere kann einen weiteren Versuch machen. Gelingt dies wieder nicht, so spricht A nochmals, und B fasst zusammen. C als Beobachter achtet auf die Spielregeln. Nach 10 Minuten werden die Rollen getauscht. Die Diskussion wird im Plenum ausgewertet.

Kugellager
Die TeilnehmerInnen bilden einen Innen- und Aussenkreis. So sitzen sich immer zwei Personen gegenüber. Sie reden zu einem von der Lehrperson vorgegebenen Thema (Frage) oder interviewen sich gegenseitig.
Nach einer gewissen Zeit wechseln die Personen des äusseren Kreises um einen oder zwei Plätze nach rechts oder links. Eine weitere Gesprächsrunde findet zum gleichen oder einem anderen Gesprächsthema statt.
Diese Methode eignet sich, um unterschiedliche Personen miteinander zu einem Gespräch zusammenzuführen. So können gut Vorerfahrungen reaktiviert werden.

Blitzlicht
Zu einer inhaltlichen oder persönlichen Frage sagt reihum jede/r SchülerIn seine Meinung.
Bsp: Was weiss ich über das Thema Depression? Was hältst du vom Thema?

Zwischen den Aussagen darf nicht unterbrochen oder diskutiert werden. Wer keine Aussage machen will, gibt das Wort weiter.

Diese Methode kann helfen, Befindlichkeiten, Erwartungen und Interessen zu erheben. Da alle das Wort erhalten, kommen auch Zurückhaltende zum Sprechen. Durch das Verbot, zwischen den Beiträgen zu diskutieren, wird erreicht, dass zunächst alle Aussagen gleichwertig nebeneinander stehen. Dies verhilft zu einem guten Überblick über den Stand der Meinungen oder Befindlichkeiten in der Gruppe.

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Zusätzliche Informationen

- Information 1: Idee aus Spielbar 1 von Axel Rachow (Hrsg.)

Weiterführende Ideen

Einstieg ins Thema

DrehSchreibSchweige-Gespräch
Kleingruppen von 3-4 Personen erhalten je ein Plakat, worauf das Thema als Wolke in der Mitte fixiert ist. Schweigend setzt sich die Gruppe um das Plakat und jeder notiert auf dem gewählten Blattausschnitt seine Stichworte oder Gedanken, Fragen oder Emotionen zum Thema.
Nach einer gewissen Zeit wird das Plakat um einen Ausschnitt gedreht. Nun kann sich jede/r Teilnehmer/in durch die Gedanken der anderen inspirieren lassen, auf Fragen antworten, oder auch einfach neue Stichworte hinzufügen – bis erneut gedreht wird. Der „Drehmoment“ wird entweder vom Spielleiter vorgegeben oder intern in jeder Gruppe durch non-verbale Kommunikation festgelegt.

Evt. als Einstimmung Text zum Lesen geben von 02a oder 03.

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Mel C leidet nach eigenen Angaben unter einer Ess-Störung.
Die anderen Prominenten sind oder waren an Depression erkrankt.

(Nicht) ganz normal?!“ – Psychische Erkrankungen verstehen
Eine körperliche Erkrankung kann man messen. Bei Grippe steigt das Fieber, ein Beinbruch ist auf dem Röntgenbild zu erkennen. Ganz anders ist es bei psychischen Erkrankungen, die die Gefühle, das Erleben, die Wahrnehmung und zum Teil auch das Verhalten eines Menschen beeinflussen. Sie werden oft übersehen und nach der Devise „Was man nicht messen kann, ist auch nicht da“ verharmlost. Aber das Gegenteil ist der Fall. Psychische Erkrankungen kommen ebenso häufig vor wie Krankheiten, die sich rein körperlich äussern.
Psychische Störungen können grundsätzlich bei jedem Menschen entstehen. Viele psychische Erkrankungen können gut behandelt werden, wobei eine frühzeitige Erkennung von Vorteil ist.
Zu den häufigsten psychischen Leiden gehört die Depression. Diese äussern sich z.B. durch Freudlosigkeit und tiefe Hoffnungslosigkeit. Die Betroffenen leiden oft unter lang anhaltenden Schlafstörungen, Ängsten, Schmerzen, innerer Unruhe, Nervosität, Konzentrationsstörungen, können sich nicht mehr freuen, haben das Gefühl, nur noch gestresst zu sein. Zum Teil sind sie nicht mehr in der Lage, ihren normalen Alltag zu bewältigen, selbst Kleinigkeiten wie Zähneputzen oder Telefonieren scheinen wie ein unüberwindbarer Berg. Depression als Krankheit unterscheidet sich durch die Dauer und den grossen Leidensdruck deutlich von normaler Traurigkeit und Frustration, die wieder vergehen.
Auch Jugendliche können in Krisen geraten und an psychischen Störungen erkranken, wie z.B. Essstörungen. Über 2% aller Frauen in der westlichen Gesellschaft leiden mittlerweile unter Essstörungen. Bei der Anorexie (Magersucht) haben die Betroffenen ein extremes Untergewicht, das sie absichtlich selbst herbeiführen und aufrechterhalten; bei der Bulimie (Ess-Brech-Sucht) beschäftigen sich die Betroffenen andauernd mit der Nahrungsaufnahme, essen Unmengen von Nahrungsmitteln auf einmal (Essattacken), und versuchen anschliessend durch Erbrechen das Essen wieder „loszuwerden“. Andere weit verbreitete psychische Erkrankungen in der Allgemeinbevölkerung sind auch Alkoholabhängigkeit, Schizophrenie und Angst- und Zwangsstörungen.

Wer eine Grippe hat, wird bedauert und bekommt von allen Seiten Mitgefühl. Bei psychischen Erkrankungen ist das anders. Alltagssprüche wie „Du bist ja verrückt“ oder „Du gehörst in die Klapsmühle“ drücken Vorbehalte gegenüber psychisch kranken Menschen aus.
Viele Betroffenen haben deshalb Angst, an ihrem Arbeitsplatz, in der Schule oder unter Freunden von ihrer Krankheit zu erzählen. Betroffene und ihre Angehörigen brauchen Verständnis, stossen aber in ihrer Umwelt oft noch auf Ablehnung. Die Vorurteile sind jedoch völlig unbegründet, denn die betroffenen Menschen sind krank und nicht „verrückt“ oder „gefährlich“. Wer depressiv ist, ist nicht „selber schuld“ oder „sollte sich zusammenreissen“, sondern benötigt professionelle Hilfe von einem Arzt und/oder Psychotherapeuten.
Die gute Nachricht ist: Psychische Erkrankungen können mittlerweile gut behandelt werden. Das heisst, dass die Erkrankung nicht wieder auftritt oder die betroffenen Menschen mit der Erkrankung besser leben können.
 
Arbeitsaufträge
1.Wie unterscheiden sich körperliche und psychische Erkrankungen?
2.Welche Unterschiede gibt es beim Umgang mit körperlichen bzw. psychischen Erkrankungen?
3.Welche Folgen hat das für die betroffenen Menschen?

Wie unterscheidet sich unser Umgang mit psychischen und körperlichen Erkrankungen?
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Zusätzliche Informationen

- http://www.buendnis-depression.de

Weiterführende Ideen

- Diese Unterrichtseinheit könnte zusammen mit dem Beratungslehrer der Schule oder einer lokalen Beratungsstelle für Kinder und Jugendliche durchge-führt werden.
 
Einstieg ins Thema
Lehrperson zeigt Zeichnung auf Overheadprojektor:
- Stummer Impuls - SchülerInnen äußern sich: tiefes Loch, Mensch ganz klein, alles grau
- Schreiben zum Bild: Information der Lehrperson an die SchülerInnen: „Dieses Bild wurde von einer Frau gemalt, die unter schweren Depres-sionen gelitten hat. Versetzt Euch in diese Person hinein. Was denkt und fühlt sie gerade? Schreibt Sätze auf, die mit ‚Der Mensch auf dem Bild fühlt…’ beginnen.“

Auswertung: SchülerInnen lesen ihre Sätze vor, Lehrperson notiert sie ne-ben dem Bild

Ergänzung Lehrperson: „Kennt ihr selber Situationen, in denen ihr euch so gefühlt habt wie die Person in der Zeichnung? Wo habt ihr euch Hilfe geholt?“
SchülerInnen berichten

Textbearbeitung je nach Klassenstufe
SchülerInnen lesen den Text und bearbeiten die Arbeitsaufträge

Ergänzung Lehrperson:  „Kennt jemand Ansprechpartner, die weiterhelfen, wenn jemand Probleme hat?“
SchülerInnen äußern sich: Eltern, Beratungslehrer, mit einem guten Freund, zu einer Beratungsstelle gehen etc.
Lehrperson informiert über lokale und überregionale Hilfsangebote, nennt Namen des Beratungslehrers an der Schule, verteilt Broschüren einer Bera-tungsstelle für Kinder und Jugendliche o.ä.

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Das Versprechen
Julia und Nina sind noch im Umkleideraum, da hat der Sportunterricht schon be-gonnen.
Schnell zieht sich Julia ihre Sportschuhe über und zerrt an ihren Schnürsenkeln. „Komm Nina, wir müssen jetzt aber . . . !" sie stockt, denn bevor Nina sich ihr T-Shirt überziehen kann, hat sie ihren Rücken gesehen – er ist voll dunkler Fle-cken. „Starr' mich nicht so an!" Nina weicht ihrem Blick aus. „Nina, wer war das?" „Was geht dich das an?" antwortet Nina, dreht sich um und geht die Trep-pe zur Turnhalle hinunter.
Später beim Volleyballspiel steht Nina plötzlich neben Julia. „Bitte", sagt sie, „versprich mir, dass du keinem etwas davon erzählst, ja?" Julia hat einen Kloss im Hals und schluckt. „Ja, okay!"
In den nächsten Tagen gehen sich beide aus dem Wege. Wenn Julia Nina von weitem sieht, muss sie an ihr Versprechen denken und ihr ist unwohl dabei. Aber was soll sie tun, sie hat doch versprochen zu schweigen.

Fragen
1. Wie kann diese Geschichte weitergehen?

Teens helfen Teens: Die junge Kummer-Nummer
Sorgentelefon mit jungen Beratern wurde zum Renner

Samstag, 15.05 Uhr - und wieder schrillt das graue Telefon. „Hallo, Kummer-nummer, hier ist die Vera", sagt Vera (17) und schiebt mit dem Ellenbogen den Stapel aus Notizzetteln und Karteikästen auf ihrem Schreibtisch auf die Seite. In der Leitung schluchzt ein Mädchen und sagt dann leise: „Ich hab' dauernd Streit mit meiner Mutter. Ich möchte am liebsten weglaufen, das halte ich nicht mehr aus." Einer von gut zehn Anrufen, den die dunkelhaarige Gymnasiastin in den nächsten Stunden noch bekommen wird. Denn Vera und ihre „TOP"-Kollegen wie Max (18) und Willi (17) sind die „Teens on phone" für München: Jugendliche die Jugendliche beraten - am anonymen Sorgentelefon „Die Nummer gegen Kum-mer" mitten in der Münchner Innenstadt. Erst einmal hört man wenig von Vera. Lange hört sie zu, nur gelegentlich flicht sie ein ermunterndes „Ja" oder „Hmm" ein. Dann beginnt Vera zu sprechen.
Ganz sanft redet die 17jährige auf die Anruferin ein. Behutsam stellt sie Fragen: Warum genau das Mädchen denn so traurig sei, wo konkret denn der Hase im Pfeffer liege, und, ob sie denn mit ihrer Mutter schon mal darüber geredet habe. „Wir versuchen uns in die Jugendlichen reinzudenken", sagt Vera später, „fragen halt so, dass die Anrufer von selber draufkommen, wie sie weitermachen kön-nen."
„Viele“, weiss die Münchnerin mittlerweile aus der Praxis, „suchen keine Lösung, sondern bloss einen, mit dem sie endlich mal reden können." Einen Gesprächs-partner, der mehr weiss als die Freundinnen - der nicht so autoritär reagiert, wie die Eltern oder Lehrer – der nicht nach Namen fragt. Endlich mal reden können, genau das war die Idee zweier Diplom-Psychologen, die selber werktags zwi-schen 15 und 19 Uhr die Nummer gegen Kummer betreuen - seit vier Jahren schon. Jetzt sollen mal Jugendliche mitmachen, entschieden sie letzten Herbst und wandten sich per Rundschreiben an die Münchner Schulen. Die Idee kam in die Klassen, spontan meldeten sich zwölf Teenies zwischen 15 und 19, um selber mal „Dr. Sommer" zu sein - Ratgeber für alle Kümmernisse im Jugendalter. Seit einem halben Jahr läuft das „Teens on phone"-Projekt. Es ist ein Renner gewor-den. „Irre, was man da mitkriegt, wenn man sich Zeit für andere nimmt", erzählt dann auch der 18-jährige Berater Max, der Liebeskummer selber zum Erbrechen kennt, „mir hilft das manchmal sogar, mit meinen eigenen Problemen besser klarzukommen." „Das erweitert den Horizont", findet Vera, und Kollege Willi hat mit Erstaunen gelernt, „wie frei man über seine Sorgen reden kann." Die gibt's zu Dutzenden unter den Teenies in der Stadt: allen voran Beziehungskummer, Kennenlernen-Probleme und Einsamkeit, dicht gefolgt vom Thema Rauchen und der Panik, davon nicht mehr wegzukommen. Noch ein Brennpunkt: Dauerkrach mit den Eltern. Und immer wieder die Themen Schwangerschaft, Aids, Drogen, Alkohol und Gewalt.

© Abendzeitung 1998. Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Abendzeitung

Bei Riesen-Problemen springt Hoppsy ein. Für solche Fälle sitzt eine erwachsene Betreuerin im Nebenzimmer parat - Hoppsy zum Beispiel, die eigentlich Hilde-gard heisst und ein Gründungsmitglied der Kinder- und Jugend-Hotline ist. Gut 600 Jugendliche hat sie schon beraten.
Hoppsy stärkt auch Vera, Max und Willi den Rücken, wenn die Belastung sehr gross wird. Wie damals, als ein Mädchen verzweifelt anrief. Der Vater hatte sie sexuell missbraucht.
„Da geht man schon ziemlich deprimiert raus", sagt Max. „Aber wir haben ge-lernt, dass wir selber Abstand halten müssen von den Problemen." 70 Stunden Ausbildung mit zwei Psychologen haben die „Teens on phone“ hinter sich. Auch ein Block „Selbsterfahrung" mit Training, wie man ein Gespräch führt, den Anru-fern „die Türe öffnet", zuhören kann oder auch mal schweigen.
Sie sprachen darüber, was man macht, wenn jemand depressiv ist oder suizidge-fährdet, sie breiteten ihr eigenes Seelenleben aus. Und sie trainierten, im Kartei-kasten schnell die richtige Adresse für Notfälle zu finden wie Pro Familia, Aidshil-fe, die Drogenhilfe, den Kinderschutzbund, Beratungsstellen für Suizidgefährdete oder Personen mit Essstörungen. Zwei Stunden dauert Veras Schicht heute, um 17 Uhr übernimmt Max. Die Leitung steht kaum still an diesem Samstag, kurz vor Dienstschluss klingelt es wieder. „Ich bin so allein", sagt eine Schülerin, die neu ist in München. Sie will eben auch einfach mal reden können.

Irene Kleber in: Abendzeitung vom 17. November 1998

Fragen
1. Warum fällt es den Anrufern wohl leichter, mit anderen Jugendlichen über ihre Probleme zu sprechen?
2. Welche Ansprechpartner fallen dir ein, an die sich Kinder und Jugendliche bei besonderen Problemen wenden können?

© Abendzeitung 1998. Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Abendzeitung

Impressum
© Kompetenznetz Depression, Suizidalität 2002
© Überarbeitung: Deutsches Bündnis gegen Depression e.V. 2006

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Ein kleiner Baumwollfaden   (Verfasser unbekannt)
Es war einmal ein kleiner Baumwollfaden, der hatte Angst, dass er nicht ausreichte, so wie er war:
„ Für ein Schiffstau bin ich viel zu schwach“, sagte er sich, „und für einen Pullover zu kurz. An andere mich anzuknüpfen, dafür habe ich zuviel Hemmungen und für eine Stickerei eigne ich mich auch nicht, dazu bin ich zu blass und farblos.
Ja, wenn ich aus Lurex wäre, dann könnte ich eine Stola verzieren oder auch ein Kleid.
Aber so? Es reicht nicht! Was kann ich schon? Niemand braucht mich. Niemand mag mich und ich mich selbst am wenigsten.“
So sprach der kleine Baumwollfaden, legte traurige Musik auf und fühlte sich ganz niedergeschlagen in seinem Selbstmitleid.

Während dessen läuft draussen in der kalten Nacht ein Klümpchen Wachs in der Dunkelheit verzweifelt umher.
„Für eine dicke Kerze bin ich viel zu wenig gross“ jammerte es  „und wärmen kann ich kleines Ding alleine auch niemanden. Um Schmuck für eine tolle Kerze zu sein, bin ich zu langweilig.
Ach was soll ich denn nur tun, so alleine in der dunklen Nacht?“

Da kommt das kleine Klümpchen Wachs am Häuschen des Baumwollfadens vorbei!
Und da es so sehr fror und seine Angst so riesig war, so Mutterseelen allein zu sein, klopfte es schüchtern an die Türe.
Als es den niedergeschlagenen kleinen Baumwollfaden sah, kam ihm ein wunderschöner Gedanke. Eifrig sagte das Wachsklümpchen: „Lass dich nicht so hängen, du Baumwollfaden. Ich habe da so eine Idee: Wir beide tun uns zusammen. Für eine grosse Kerze bist du als Docht zu kurz und ich habe dafür nicht genug Wachs, aber für eine Teekerze reicht es noch allemal. So sind wir beide nicht mehr allein und  wir erfreuen andere damit.
Es ist doch viel besser ein kleines Licht anzuzünden, als immer nur über die Dunkelheit zu jammern!“

Ein kleines Lächeln huschte über das Gesicht des Baumwollfadens und er wurde plötzlich ganz glücklich. Er tat sich mit dem Klümpchen Wachs zusammen und sagte: „Nun hat unser Dasein seinen Sinn bekommen.“

Der verletzte Schmetterling
In der Schule sitzt ein Junge neben mir, der auf dem Schulhof immer allein ist. Sein Gefühl, gar nichts wert zu sein, ist so stark, dass er sich auf seinen eigenen Raum beschränkt. Er kann mit den anderen Schülern nichts anfangen, und die anderen können mit ihm nichts anfangen. Seine psychische Erkrankung hat ihn einsam gemacht.
Die neue Schule und die hohen Leistungsanforderungen haben seine Angst ver-stärkt, er sei unfähig und nichts wert. Er ist immer allein und begegnet der Welt um sich herum mit Feindseligkeit.
Als ein Lehrer uns einmal von einem Unfall mit vielen Toten erzählte, war seine
einzige Reaktion: „Klasse, es gibt eh’ zu viele Menschen auf dieser Erde!“. Nachts bleibt er wach, ohne dass es dafür einen Grund gibt, und prahlt dann, wie viel er für die Schule gelernt habe. Diese vielen kleinen und merkwürdigen Erlebnisse machen es schwer, sein Verhalten zu ertragen. Ich würde ihn am liebsten igno-rieren und in der Schule nicht neben ihm sitzen.
Eines Tages war ich auf dem Heimweg und sah, wie er bei einigen Büschen stand und versuchte, einem verletzten Schmetterling zu helfen. Dass er überhaupt Mit-gefühl zeigen konnte, hat mich so erstaunt, dass ich einfach zu ihm rannte und ihm bei der Rettungsaktion half.
Er blickte mich dankbar an und sagte: „Danke!“ In diesem Moment spürte ich sein Vertrauen, und ich fühlte zum ersten Mal Sympathie für ihn. Irgendwie ist mein Banknachbar wie dieser verletzte Schmetterling. Er braucht Hilfe, damit seine Seele wieder Flügel bekommt.

Tang Shu-wei, 14 Jahre
Die Autorin kommt aus der Provinz Guandong in China und ist Gewinnerin des Essay-Wettbewerbs,
den die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Jahr 2001 für Schüler zum Thema „Psychische Ge-sundheit“ ausgeschrieben hat.

Fragen
1.Wie verändern sich die Gefühle der Erzählerin gegenüber ihrem Banknach-barn im Laufe der Geschichte?
2.Was bedeutet die Aussage in der letzten Zeile „damit seine Seele wieder Flügel bekommt“?
3.Überlege, wie man dem Jungen in der Geschichte weiterhelfen könnte.


© WHO 2001. Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Weltgesundheitsorganisation, Überset-zung: Kompetenznetz Depression

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Zusätzliche Informationen

- Fragebogen in Anlehnung an Selbstteste die im Internet gefunden werden.

Weiterführende Ideen

- Sollte eine Tendenz zur Depression festgestellt werden, sollte umgehend fach-liche Hilfe beigezogen werden.
 

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Werden mehr als die Hälfte der Fragen mit „oft“ beantwortet, solltest Du mit ei-ner Vertrauensperson Kontakt aufnehmen und den Test besprechen.
Mögliche Ansprechpartner können sein:
Eltern, Lehrer, Hausarzt, Sozialarbeiter, Pfarrer, Dargebotene Hand Tel. Nr. 143.

Wichtig:
Dieser Test ist keine Diagnose und soll nicht als solche verstanden werden. Er dient lediglich zum herausfinden einer Tendenz zur Depression!

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Brain Gym-Übungen

Überkreuzbewegung
Wir bewegen den rechten Arm zusammen mit dem linken Bein, den linken Arm gleichzeitig mit dem rechten Bein. So gehen, hüpfen oder tanzen wir mit Musik. Wir bewegen uns vorwärts, rückwärts und seitwärts, oder wir marschieren auf der Stelle. Es kommt darauf an, mit diesen Bewegungen immer wieder die Mittellinie des Körpers zu überqueren. Dazu ist es hilfreich, mit der Hand das gegenüberliegende Knie zu berühren. Wenn meine beiden Gehirnhälften auf diese Weise zusammenarbeiten, macht es mir Spass, etwas Neues zu lernen.

Liegende Acht
Die liegende Acht wird in die Luft gezeichnet: Streck den linken Arm vor dem Körper aus. Beginne mit der linken Hand und fahre vom Mittelpunkt der Acht aus nach links oben. Folge mit deinen Augen der Bewegung deiner Hand. Zeichne die Acht mit jeder Hand dreimal, dann dreimal mit beiden Händen zusammen!

Nackenrollen
Lass den Kopf ein wenig nach vorne hängen und rolle ihn langsam von einer Schulter zur anderen. Entspanne dich dabei und atme tief aus. Du kannst das Nackenrollen mit geschlossenen und mit offenen Augen machen. Wenn du dabei irgendwo schmerzhafte Stellen spürst, dann mach dort noch ein paar kürzere Nackenrollen.

Beckenschaukel
Setze dich auf den Boden, auf eine weiche Unterlage. Dann stütze dich nach hinten mit den Händen ab und massiere durch kreisförmige Schaukelbewegungen Gesäss und Steissbein, bis die Anspannung nachlässt.

Energetisierer
Setz dich bequem auf einen Stuhl und lege die Stirn zwischen die Unterarme auf den Tisch. Hebe beim Einatmen langsam deinen Kopf, dann deinen Nacken und zuletzt den oberen Rücken. Stell dir dabei vor, wie ein Wasserstrahl an deiner Körpermitte nach oben fliesst und mit Leichtigkeit deinen Kopf, den Nacken und den oberen Rücken anhebt. Mit dem Ausatmen versiegt der Wasserstrahl, und du sinkst langsam wieder auf den Tisch zurück.

An ein X denken
Wenn du an ein X denkst, verbindet das beide Seiten deines Gehirns und deines Körpers, und du bleibst in Höchstform.

Erden
Stell dich zunächst breitbeinig, aber bequem, hin. Richte deinen linken Fuss nach links, während der rechte geradeaus nach vorne zeigt. Nun atme aus und drücke die Hüften nach unten. Atme ein und entspanne dich dabei. Oberkörper und Hüften sollen gerade bleiben und nach vorne ausgerichtet sein. Diese Übung stärkt die Hüftmuskeln; du fühlst das an dem gestreckten Bein. Wiederhole sie dreimal, dann wechsle zur anderen Seite.
 
Wasser trinken
Wenn wir gut lernen und uns wohl fühlen wollen, ist es wichtig, jeden Tag viel gutes, reines Wasser zur trinken. Klares Wasser reinigt den Körper und klärt die Gedanken.

Gehirnknöpfe
Halte bei dieser Übung mit einer Hand den Bauchnabel. Reibe mit den Fingern der anderen Hand die beiden weichen Stellen rechts und links neben dem Brustbein, gleich unterhalb der Schlüsselbeine.
Eine Ergänzung zu dieser Übung: Während du deine Gehirnknöpfe reibst, stell dir an deiner Nase einen langen Pinsel vor und male damit eine Schmetterlings-Acht an die Decke (eine Acht, die wie ein Schmetterling in der Luft schwebt). Oder verfolge mit den Augen die Linie, an der sich Wand und Zimmerdecke treffen.

Erdknöpfe
Lege zwei Finger unter die Unterlippe und die Finger der anderen Hand auf den oberen Rand des Schambeins (ungefähr 15 Zentimeter unter dem Nabel). Lass beim Atmen Energie zwischen diesen beiden berührten Körperstellen aufwärtsströmen.

Balanceknöpfe
Berühre mit den Fingern der einen Hand die Vertiefung unter dem Schädelrand, hinter dem Ohr. Lege die andere Hand auf den Nabel. Dann wechsle die Hände und berühre den Balanceknopf hinter dem anderen Ohr.

Raumknöpfe
Lege zwei Finger auf die Stelle oberhalb der Oberlippe, die andere Hand auf das Steissbein. Halte die Punkte eine Minute lang und atme dabei tief. Lass beim Einatmen die Energie an der Wirbelsäule hinauf fliessen.

Energiegähnen
Tu so, als ob du gähnen müsstest. Lege die Fingerspitzen auf alle angespannten Punkte, die du an den Kieferknochen und ihren Muskeln findest. Bringe einen tiefen, entspannten Gähnton hervor und streiche sanft die Anspannung fort.

Hook-ups
Teil 1: Setz dich auf die Vorderkante eines Stuhls. Lege zuerst deinen linken Fussknöchel über den rechten. Strecke die Arme nach vorne und lege das linke Handgelenk über das rechte. Verschränke die Finger und klappe die Arme nach oben um, bis vor die Brust. Schliesse dann deine Augen und drücke beim Einatmen deine Zunge an den Gaumen. Lass beim Ausatmen die Zunge sich wieder entspannen.
Teil 2: Stelle deine Füsse wieder nebeneinander, bringe die Fingerspitzen beider Hände zusammen und atme eine Minute lang tief durch.

Positive Punkte
Berühre die Positiven Punkte – sie liegen oberhalb der Augen, in der Mitte zwischen Augenbrauen und Haaransatz. Berühre sie nur sanft, mit gerade so viel Druck, dass die Stirnhaut leicht gestrafft wird.

Übungen für die Selbstsicherheit:
Überkreuzbewegung
An ein X denken
Balanceknöpfe
Raumknöpfe
Energetisierer
Positive Punkte
Hook-ups
Balanceknöpfe

Fertigkeiten für die persönliche Ökologie (sich wohl fühlen), Gleichgewicht bewahren:
Wasser trinken
Hook-ups
Nacken rollen
Balanceknöpfe
Liegende Acht
Positive Punkte

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Wir spüren, fühlen und erleben die Natur!
Die Wahrnehmung von Empfindungen, unser Spüren und Fühlen, wird heutzuta-ge stark vernachlässigt in der Erziehung und in der Schulbildung. Das ist eine unverantwortliche Fehlhandlung.
Wir leben in einer Zeit, in der das Denken und die Logik überbewertet werden.
Für das wirkliche Lebensglück sagen unsere Empfindungen, unser Gespür und unsere Gefühle mehr aus als Denken und Logik.

Aufgabe 1:
Sich selber spüren:
Schliess die Augen damit du dich besser auf das Spüren konzentrieren kannst.
Dann streif mit den Fingernägeln über dein Gesicht. Drück einmal mehr und dann wieder ganz sanft.
Was spürst du?
Was fühlst du?
Gibt es ein Wort, mit dem du dein Erlebnis umschreiben kannst?
Wenn ja wirst du feststellen, dass jeder, der beim Versuch mitgemacht hat, ein anderes Empfinden hat und es anders umschreibt.
Eventuell kann man das Erlebnis nur mit mehreren Wörtern beschreiben.
Obwohl dieser Versuch und die Handlung für jeden gleich ist, gibt es für alle Be-teiligten ein anderes Resultat.

Und genau dieses Wahrnehmen unserer eigenen Empfindung möchten wir er-gründen und zwar draussen in der Natur.

Aufgabe 2:
Wir schauen uns im Freien um und beobachten:
Die Bäume, die Sträucher mit ihren Blättern, ihr Astwerk, die Vögel die sich darin vergnügen, die Farben der einzelnen Bäume und die Farben wenn Bäume zu-sammen stehen.
Wir hören wie der Wind die Blätter der Bäume bewegt, die Stimmen der Vögel wirken auf uns ein.
Wir nehmen die Eindrücke in uns auf und verweilen in Stille.
Nachher fragen wir uns: Welche Empfindungen, Gefühle lösten diese Bilder bei uns aus?

Aufgabe 3:
Wir legen uns bäuchlings ins Gras und schauen uns diese kleine Welt am Boden an.
Auch hier gibt es verschiedene Farben und Formen und kleinste Lebewesen die sich darin tummeln und die wir so auf dem Bauch liegend wunderbar beobachten können.
Die Blumen mit ihren verschiedenen Formen und Farben laden uns ein, sie ge-nauer zu betrachten. Welche Düfte verströmen sie?
 
Aufgabe 4:
Anschliessend legen wir uns auf den Rücken und schauen uns das Wol-kenspiel an.
Was sehen wir in den Wolken, welche Gebilde erkennen wir? Sehen wir, wie der Wind die Wolken vorantreibt?
Wir lassen uns von der Natur verzaubern und besprechen unsere Empfindungen nachher miteinander.

Aufgabe 5:
Wir gehen barfuss:
durch Gras, auf Erde, über Steine und nehmen den Untergrund unter unseren Füssen bewusst wahr.
 
Wir wollen versuchen, unsere Umgebung, die herrliche Natur mit allen Sinnen wahrnehmen zu lernen.
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Sorgenpüppchen basteln
Sorgenpüppchen sind kleine Freunde!
Du kannst den Püppchen deine Sorgen erzählen.
Am Abend vor dem Einschlafen legst du sie unter dein Kopfkissen.
Die Probleme werden sich in Luft auflösen, wenn du volles Vertrauen in dein Püppchen hast und ihm voll und ganz deine Sorgen überlässt.........so sagt man.
Probieren geht über studieren.....also probiere mal!

 Anleitung:
Den Basteldraht so zurecht biegen, dass es zwei Arme, zwei Beine, einen Körper und einen Kopf ergibt.


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Zusätzliche Informationen

- Pflanzenwanderungen werden angeboten für Pflanzenunkundige
(Infos in Ihrer Region / Drogerie / Apotheke)

- Sehr viele unserer heimischen Pflanzen sind essbar. Das Buch „Essbare Wild-pflanzen“ von Steffen Guido Fleischhauer, Jürgen Guthmann, Roland Spiegel-berger im AT-Verlag beschreibt 200 heimische Pflanzenarten und welche Pflanzenteile essbar sind.

Weiterführende Ideen

- Pflanzen in der Natur suchen: Bewegung – in der Natur - beugt Depressionen vor; die SchülerInnen lernen Pflanzen kennen, sammeln, schätzen. Bezug zur Natur, der Aufenthalt im Freien – Bewegung im Freien beugt Depressionen vor.
 

Pflanzen kennen lernen, die Stimmung aufhellend wirken
Wir sind ein Teil der Natur und die Natur ist ein Teil von uns. Nutze die Kraft der Natur und  deine eigenen Kräfte um ein ausgeglichenes und gesundes Leben füh-ren zu können.
Die Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) wird seit Menschengedenken bei Schwer-mütigkeit und Stimmungsschwankungen eingesetzt. Hier gibt es eine Fülle von Fertigpräparaten oder es kann auch eine Tinktur (alkoholischer Pflanzenauszug)  oder Teemischung selber hergestellt werden.
Die Auswahl unter den verschiedenen Pflanzen stützt sich auf die begleitenden Symptome der Depression ab.

Seit Jahrhunderten gilt das Johanniskraut als Mittel bei Schwermut und Melancholie.
JohannisEs ist eine der am meisten untersuchten Heilpflanzen. Klar erwiesen ist die stimmungsaufhellende Wirkung. Als „Lichtpflanze“ ist sie Mittel der Wahl bei sai-sonal bedingten Depressionen mit Verschlimmerung im Winterhalbjahr oder bei Verletzungen mit folgender depressiver Verstimmung. Das Johanniskraut wird auch „Arnika der Nerven“ genannt. (Hier darf der Hinweis nicht fehlen, dass in seltenen Fällen während der Einnahme von Johanniskraut die Lichtempfindlich-keit der Haut zunimmt, d.h. die Möglichkeit eines Sonnenbrandes steigen kann.)



PassionDie Passionsblume ergänzt und verstärkt die Wirkung von Johanniskraut. Sie wirkt angstlösend und leicht beruhigend, v.a. bei Einschlafschwierigkeiten.


Die Passionsblume symbolisiert die Herzensruhe – „Im Einklang mit sich selbst Sein“ – und unterstützt den Prozess des Abschiednehmens.
 
Baldrian wird gerne als Schlafmittel eingesetzt. Baldrian macht aber nicht müde, er beruhigt die Nerven und löst Spannungszustände, besonders wenn sie eher hysterischer Natur sind.
Melisse

Wenn neben der depressiven Symptomatik noch Magenbeschwerden im Vordergrund stehen, empfiehlt sich die Melisse / Zitronenmelisse - „alles schlägt auf den Magen“. 

Lavendel
Lavendel – der duftende Tröster
Lavendel wirkt beruhigend auf das Zentralnervensystem. Die Pflanze kann Unruhezustände verbessern und Einschlafstörungen beseitigen. 


Hafer spendet nicht nur lahmen Gäulen Energie, sondern hilft auch bei mensch-lichen Schwächezuständen und stärkt allgemein das Nervenkostüm. Hafer macht die Nerven stark wie Drahtseile! Er ist speziell geeignet bei Depressionen infolge von Erschöpfungszuständen wie Burnout oder zu langem Studieren (Schüler, Studenten).
Die Kombination von Passionsblume und Hafer kann bei Entzugserscheinungen, beim Reduzieren oder Absetzen von Drogen oder Psychopharmaka beruhigen. Die Tinktur dieser beiden Heilpflanzen wird bevorzugt in heissem Wasser einge-nommen. Porridge oder ein Hafermüesli mit frischen Früchten zum Morgenessen stärkt die Nerven für den Tag.

Hopfen ist ebenfalls ein mild wirkendes Beruhigungsmittel bei Unruhe- und Angstzuständen. Die enthaltenen Bitterstoffe Humulon und Lupulon regen die Tätigkeit der Leber an. Hopfen ist bei Depressionen angezeigt, wenn begleitend hormonelle Schwankungen Einfluss haben.
Traubensilberkerze
Traubensilberkerze, das Wanzenkraut oder Cimicifuga, kann infolge seiner östrogenartigen Inhaltsstoffe bei Depressionen im Zusammenhang mit hormonel-len Störungen angezeigt sein. Bei Frauen in der Pubertät oder in den Wechseljah-ren, bei bekannter starker Verschlimmerung während der Menstruation wird die-se Pflanze hilfreich eingesetzt.
Traubensilberkerze ist angezeigt, wenn das Weinen stark ausgeprägt ist und die Patienten schildern, sie hätten das Gefühl, eine schwarze Wolke habe sich über sie gelegt und ihren Kopf umschlossen. 

 

 

In der anthroposophischen Medizin nach Rudolf Steiner wird die Depression als Störung des Leber-Gallen-Systems angesehen. Die Therapie richtet sich auf die Regulierung des Gallensäurenstoffwechsels u.a. mittels Bitterstoffen wie Lö-wenzahn, Wermut, Tausendgüldenkraut, Artischocken. Eine Möglichkeit der sanf-ten Anregung ist der tägliche Konsum einer Grapefruit, am besten morgens auf nüchternen Magen. Eine weitere Anwendung der anthroposophischen Medizin bei Depressionen sind Leberwickel mit Schafgarbentee.

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Zusätzliche Informationen

- Pflanzenwanderungen werden angeboten für Pflanzenunkundige
(Infos in Ihrer Region / Drogerie / Apotheke)

- Sehr viele unserer heimischen Pflanzen sind essbar. Das Buch „Essbare Wild-pflanzen“ von Steffen Guido Fleischhauer, Jürgen Guthmann, Roland Spiegel-berger im AT-Verlag beschreibt 200 heimische Pflanzenarten und welche Pflanzenteile essbar sind.

Weiterführende Ideen

Pflanzen in der Natur suchen: Bewegung – in der Natur - beugt Depressionen vor; die Schüler lernen Pflanzen kennen, sammeln, schätzen. Bezug zur Na-tur, der Aufenthalt im Freien – Bewegung im Freien beugt Depressionen vor.

Pflanzen kennen lernen, die Stimmung aufhellend wirken
Wir sind ein Teil der Natur und die Natur ist ein Teil von uns. Nutze die Kraft der Natur und  deine eigenen Kräfte um ein ausgeglichenes und gesundes Leben füh-ren zu können.
Die Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) wird seit Menschengedenken bei Schwer-mütigkeit und Stimmungsschwankungen eingesetzt. Hier gibt es eine Fülle von Fertigpräparaten oder es kann auch eine Tinktur (alkoholischer Pflanzenauszug)  oder Teemischung selber hergestellt werden.
Die Auswahl unter den verschiedenen Pflanzen stützt sich auf die begleitenden Symptome der Depression ab.

Seit Jahrhunderten gilt das Johanniskraut als Mittel bei Schwermut und Melan-cholie. Die heilkräftigen Johanniskrautblätter weisen helle Punkte auf, wenn du das Blatt gegen das Licht hältst. In diesen hellen Punkten ist das Öl des Johan-niskrautes enthalten, das dem Johannisöl die rote Farbe verleiht.
Seltene Nebenwirkung bei Anwendungen mit dieser Pflanze: die Lichtempfind-lichkeit der Haut kann zunehmen, das bedeutet man bekommt schneller einen Sonnenbrand.
-Suche ein Bild dieser Pflanze.
-Suche Informationen im Internet zur Wirkung dieser Pflanze. Wirkt sie auf die Nerven / wirkt sie allgemein beruhigend / wirkt sie bei hormonabhängigen Stimmungsschwankungen / wirkt sie gut bei Schlafstörungen?
-Suche eine frische Johanniskrautpflanze in deiner Umgebung, trockne sie und klebe sie danach auf dieses Arbeitsblatt.

Passionsblume ergänzt und verstärkt die Wirkung von Johanniskraut.
Die Passionsblume symbolisiert die Herzensruhe „Im Einklang mit sich selbst Sein“.
-Suche ein Bild dieser Pflanze.
-Suche Informationen im Internet zur Wirkung dieser Pflanze. Wirkt sie auf die Nerven / wirkt sie allgemein beruhigend / wirkt sie bei hormonabhängigen Stimmungsschwankungen / wirkt sie gut bei Schlafstörungen?
-Suche eine frische Passionsblume in deiner Umgebung, trockne sie und klebe sie danach auf dieses Arbeitsblatt.

Baldrian wird gerne als Schlafmittel eingesetzt. Baldrian macht aber nicht mü-de, er beruhigt die Nerven und löst Spannungszustände. Wenn Katzen im Garten in den frisch bepflanzten Beeten herumtollen, pflanze eine Baldrianpflanze in dei-nen Garten. Katzen lieben Baldrian, sie sind süchtig nach dem Duft dieser Pflan-ze. Sie werden deine Beete in Ruhe lassen und sich nur noch bei der Baldrian-pflanze aufhalten.
Suche ein Bild dieser Pflanze.
-Suche Informationen im Internet zur Wirkung dieser Pflanze. Wirkt sie auf die Nerven / wirkt sie allgemein beruhigend / wirkt sie bei hormonabhängigen Stimmungsschwankungen / wirkt sie gut bei Schlafstörungen?
-Suche eine frische Baldrianpflanze in deiner Umgebung, trockne sie und klebe sie danach auf dieses Arbeitsblatt.

Melisse / Zitronenmelisse - „alles schlägt auf den Magen“.
-Suche ein Bild dieser Pflanze.
-Suche Informationen im Internet zur Wirkung dieser Pflanze. Wirkt sie auf die Nerven / wirkt sie allgemein beruhigend / wirkt sie bei hormonabhängigen Stimmungsschwankungen / wirkt sie gut bei Schlafstörungen?
-Suche frische Melisse in deiner Umgebung, trockne sie und klebe sie danach auf dieses Arbeitsblatt.

Lavendel – der duftende Tröster
-Suche ein Bild dieser Pflanze.
-Suche Informationen im Internet zur Wirkung dieser Pflanze. Wirkt sie auf die Nerven / wirkt sie allgemein beruhigend / wirkt sie bei hormonabhängigen Stimmungsschwankungen / wirkt sie gut bei Schlafstörungen?
-Suche Lavendel in deiner Umgebung, trockne ihn und klebe ihn danach auf dieses Arbeitsblatt.

Hafer spendet nicht nur lahmen Gäulen Energie, sondern hilft auch bei mensch-lichen Schwächezuständen und stärkt allgemein das Nervenkostüm. Hafer ist speziell geeignet bei Depressionen infolge von Erschöpfungszuständen wie zu langem Studieren (Schüler, Studenten).
. Porridge oder ein Hafermüesli mit frischen Früchten zum Morgenessen stärkt die Nerven für den Tag.
-Suche ein Bild dieser Pflanze.
-Suche Informationen im Internet zur Wirkung dieser Pflanze. Wirkt sie auf die Nerven / wirkt sie allgemein beruhigend / wirkt sie bei hormonabhängigen Stimmungsschwankungen / wirkt sie gut bei Schlafstörungen?
-Findest du eine frische Haferpflanze in deiner Umgebung? Dann trockne sie und klebe sie danach auf dieses Arbeitsblatt. An Stelle einer frischen Pflanze kannst du auch einige Haferflocken hier einkleben.
 
Hopfen ist ebenfalls ein mild wirkendes Beruhigungsmittel.
-Suche ein Bild dieser Pflanze.
-Suche Informationen im Internet zur Wirkung dieser Pflanze. Wirkt sie auf die Nerven / wirkt sie allgemein beruhigend / wirkt sie bei hormonabhängigen Stimmungsschwankungen / wirkt sie gut bei Schlafstörungen?
-Suche eine frische Hopfenpflanze in deiner Umgebung, trockne sie und klebe sie danach auf dieses Arbeitsblatt. Vielleicht hilft dir das Hopfenland in Stammheim weiter: www.hopfentropfen.ch

Traubensilberkerze, das Wanzenkraut oder Cimicifuga, kann bei Frauen in der Pubertät oder in den Wechseljahren, bei bekannter starker Verschlimmerung während der Menstruation hilfreich eingesetzt werden.
-Suche ein Bild dieser Pflanze.
-Suche Informationen im Internet zur Wirkung dieser Pflanze. Wirkt sie auf die Nerven / wirkt sie allgemein beruhigend / wirkt sie bei hormonabhängigen Stimmungsschwankungen / wirkt sie gut bei Schlafstörungen?
-Suche eine frische Traubensilberkerze in deiner Umgebung, trockne sie und klebe sie danach auf dieses Arbeitsblatt.

In der anthroposophischen Medizin nach Rudolf Steiner wird die Depression als Störung des Leber-Gallen-Systems angesehen. Die Therapie zur Regulierung des Gallensäurenstoffwechsels wird durch Pflanzen unterstützt die Bitterstoffe enthalten: Löwenzahn, Wermut, Tausendgüldenkraut, Artischocken. Eine Mög-lichkeit der sanften Anregung der Gallenproduktion ist der tägliche Konsum einer Grapefruit, am besten morgens auf nüchternen Magen. Eine weitere Anwendung der anthroposophischen Medizin bei Depressionen sind Leberwickel mit Schaf-garbentee.
-Suche je ein Bild von Löwenzahn, Wermut, Tausendgüldenkraut, Artischocke, Grapefruit, Schafgarbe.
-Suche je eine frische Pflanze: Löwenzahn, Wermut, Tausendgüldenkraut, Schafgarbe in deiner Umgebung, trockne sie und klebe sie danach auf dieses Arbeitsblatt.

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Zusätzliche Informationen

- Teemischungen zur Aufhellung der Stimmung, gegen Schlafstörungen etc. müssen während einer längeren Zeitperiode eingenommen werden bis sich der Körper darauf eingelassen hat. Trotzdem soll die Mischung nach 2 Mona-ten geändert und neu zusammengestellt werden.

- Pro Mischung maximal 5 verschiedene Pflanzen mischen, sonst wird der Kör-per mit zuviel Botenstoffen konfrontiert.

- Lassen Sie die Lernenden ihre individuelle Mischung komponieren. In der Re-gel weiss der Körper selber am besten was er im Moment braucht.

- Sehr viele unserer heimischen Pflanzen sind essbar. Das Buch „Essbare Wild-pflanzen“ von Steffen Guido Fleischhauer, Jürgen Guthmann, Roland Spiegel-berger im AT-Verlag beschreibt 200 heimische Pflanzenarten und welche Pflanzenteile essbar sind.

Weiterführende Ideen

- Pflanzen in der Natur suchen: Bewegung – in der Natur - beugt Depressionen vor; die Schüler lernen Pflanzen kennen, sammeln, schätzen

- Apfel und Orangenschalen trocknen und der Teemischung beigeben
 
Teemischungen kennen lernen die gegen leichte Depression wirken
Wir sind ein Teil der Natur und die Natur ist ein Teil von uns. Nutze die Kraft der Natur und  deine eigenen Kräfte um ein ausgeglichenes und gesundes Leben führen zu können.

Die Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) wird seit Menschengedenken bei Schwermütigkeit und Stimmungsschwankungen eingesetzt. Hier gibt es eine Fülle von Fertigpräparaten oder es kann auch eine Tinktur (alkoholischer Pflanzenauszug)  oder Teemischung selber hergestellt werden.
Die Auswahl unter den verschiedenen Pflanzen stützt sich ab auf die begleitenden Symptome der Depression.

Teemischungen
Teemischungen gibt es in vielen Möglichkeiten! Stelle eine Mischung für dich ganz speziell zusammen mit Pflanzen aus deiner Umgebung.

Nervenausgleichender Beruhigungstee
Schlüsselblumenblüten, Passionsblumenkraut, Orangenblüten, Melissenblätter, Lavendelblüten

Beruhigungstee
Melissenblätter, Pfefferminzblätter, Johanniskraut, Orangenblüten

Nervenberuhigender Schlaftee
Baldrianwurzel, Hopfenzapfen, Melissenblätter, Passionsblumenkraut, Waldmeis-terkraut

Stimmungsaufhellender Stärkungstee
Johanniskraut, Melissenblätter, Orangenschalen, Apfelschalen

Teemischung bei Hormonabhängiger Depression
Johanniskraut, Hopfenzapfen, Baldrianwurzel, Traubensilberkerze, Hafer(-Flocken), Orangenblüten, Orangenschalen

Teemischung bei Depression mit Angst und Schlafstörungen
Johanniskraut, Passionsblumenkraut, Baldrianwurzel, Melissenblätter, Hopfen-zapfen

Teemischung bei Depression und Stoffwechselbeschwerden (Leber, Galle-störung)
Schafgarbe weiss, Löwenzahnwurzel, Anis, Fenchel, Kümmel, Wermut (macht Mut zum Wehren!), Tausendgüldenkraut, Pfefferminz, Apfelschalen, Hopfenzap-fen
 
Teemischung bei Depression im Winter
Johanniskraut, Rosmarin, Thymian, Melissenblätter, Lavendel, Baldrian, Acker-stiefmütterchen, Goldmelisse

Blüemlitee: während dem Frühling und Sommer diverse Blüten sammeln und trocknen. Die Blüemliteemischung wirkt im Winter farbenfroh und stimmungs-aufhellend.

Teezubereitung:
1 Prise oder ½ Teelöffel Kräuter mit ¼ Liter kochendem Wasser übergiessen, 10-15 Minuten ziehen lassen, durchseihen und schluckweise trinken. Zum Süssen eignet sich Bienenhonig, Rohrzucker, Kandiszucker, getrocknete Früchte. Pro Tag 2-3 Tassen dieses Tees trinken.
Wird die Teemischung täglich eingenommen, muss nach 4-6 Wochen eine neue Teemischung komponiert werden.

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Zusätzliche Informationen

Nervennahrung
Getreide, Obst und Gemüse sind pure Nervennahrung. Neben den wichtigen B-Vitaminen enthalten sie vor allem komplexe Kohlenhydrate.

Dinkelfett polstert die Nerven
Der Herkules unter den wertvollen Nahrungsmitteln ist Dinkel: Sein Fett kräftigt die Mye-linscheiden, in die die Nerven eingebettet sind. Myelinscheiden sind kleinste "Fettpölster-chen" und sollten nicht zu dünn sein, da anderenfalls das Nervenkostüm leidet. Schon Hildegard von Bingen wusste die Kraft des Dinkels zu schätzen und setzte ihn in der Na-turheilkunde ein. Das Super-Getreide ist in Brot, Brötchen und auch Nudeln zu finden.
 
Vitalstoffe und ihre "Antistress"-Wirkung 


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Nervennahrung


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Zusätzliche Informationen

- Pro Mischung maximal 5 verschiedene Pflanzen mischen, sonst wird der Kör-per mit zuviel Botenstoffen konfrontiert.

- Lassen Sie die Lernenden ihre individuelle Mischung komponieren. In der Re-gel weiss der Körper selber am besten was er zurzeit braucht.

- Verwenden Sie nur qualitativ gute ätherische Öle. Gute Qualität erhalten Sie zB. bei farfalla (CH), Primavera (D).

- Als Grundlage für Massageölmischungen eignen sich sämtliche Pflanzenöle wie zB. Oliven-, Sonnenblumen-, Erdnuss-, Mandelöl usw. Achten Sie auch hier auf gute Qualität.

- Ätherische Öle können bei empfindlichen Personen Hautirritationen oder ande-re allergische Reaktionen auslösen.
Hauttest: 1 Tropfen der Ölmischung in die Ellenbeuge träufeln und 10 min. warten ob eine Hautreaktion auftritt.
 
Weiterführende Ideen

- Im Werkunterricht aus Ton einen Duftstein herstellen (individuelle Formen möglich), der mit der individuellen Ölmischung betropft werden kann. Ach-tung: Tonfigur auf einen dichten Untersetzer stellen, sonst gibt es auf den Möbeln Ölflecken!

- Mit den Ölmischungen Partnermassage machen. Seinen eigenen Körper spü-ren, wahrnehmen, Berührung eines Klassenkollegen, einer Klassenkollegin empfangen und wahrnehmen als Körpererfahrung.


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Zitrusdüfte eignen sich sehr gut zur Stimmungsaufhellung und zur Entspannung.

Mögliche Mischungen:

Entspannende Gute-Nacht-Mischung
4 Tr. Bergamotte, 2 Tr. Mandarine, 2 Tr. Lavendel fein:
-für die Duftlampe: die Mischung ins Wasser geben
-für ein Massageöl in 100 ml Pflanzenöl geben

Pubertätskrise
6 Tr. Grapefruit, 3 Tr. Lavendel fein, 1 Tr. Ylang Ylang, 2 Tr. Zeder
-für die Duftlampe: für eine entspannte Atmosphäre

Entspannend bei Stress
5 Tr. Limette, 3 Tr. Grapefruit, 4 Tr. Bergamotte, 1 Tr. Jasmin oder Ylang Ylang
-für die Duftlampe: die Mischung ins Wasser geben
-für ein Massageöl in 100 ml Pflanzenöl geben

bei Konzentrationsschwierigkeiten
6 Tr. Limette, 2 Tr. Rosmarin Cineol-Typ, 1 Tr. Pfefferminz
-für die Duftlampe: die Mischung ins Wasser geben

Winterdepression
5 Tr. Orange, 2 Tr. Majoran, 2 Tr. Neroli, 2 Tr. Vanille 
-für die Duftlampe: die Mischung ins Wasser geben
-für ein Massageöl in 100 ml Pflanzenöl geben
 
Partner-Handmassage – wohltuende Energie bis in die Fingerspitzen
Hände können zärtlich streicheln und liebkosen, sie können helfen und heilen, aber auch hart zupacken. Mit den Werkzeugen aller Werkzeuge – so bezeichnet von dem griechischen Philosophen Aristoteles – sind uns alle Möglichkeiten gege-ben, uns selbst zu verwirklichen, unsere Wünsche und Träume in die Tat umzu-setzen. Auf das Fingerspitzengefühl kommt es an.

Hände sind sehr sensibel und empfänglich, deshalb aufmerksam und behutsam arbeiten. Frag ab und zu beim PartnerIn nach, ob du fester oder weniger fest massieren darfst, ob es schmerzt, angenehm ist ……….

Die Hand soll in Richtung vom Nagel zur Handwurzel massiert werden.
Die Hand liegt mit dem Handrücken nach oben auf dem Pult in der Hand des Masseurs, der Masseurin:
1.Kreisendes Massieren mit dem Daumen an den einzelnen Fingern
2.Ausstreichen der Finger vom Nagelglied zum Handrücken
3.kreisendes Massieren des Handrückens mit dem Daumen: in der Mitte des Handrückens beginnen mit kleinen Kreisen und die Kreise immer grösser machen
4.Massieren des Handrückens mit dem Daumenballen in kreisenden Bewe-gungen
5.Ausstreichen des Handrückens mit den Daumen beider Hände von den Fingern zum Unterarm und Kneten der Handaussen- und Innenkanten zwi-schen Daumen und Zeigefinger
6.Hand umdrehen, dass die Handinnenfläche nach oben liegt
7.Kräftiges Ausstreichen der Handinnenfläche mit beiden Daumen
8.Kreisendes Massieren der Handinnenflächen mit beiden Daumen
9.Kreisendes Massieren zwischen den Grundgliedern der Finger mit dem Daumen
10.Ausstreichen von Fingern und Hand von den Fingerspitzen zum Unterarm mit der ganzen Hand
11.Nimm zum Schluss wahr, wie sich die massierte Hand anfühlt – wärmer als die noch nicht massierte Hand? Grösser? Lockerer?
12.Nachdem auch die zweite Hand massiert wurde erhält der Partner/die Partnerin diese Handmassage.


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Zusätzliche Informationen

- Information 1: Idee aus Spielbar 1 von Axel Rachow (Hrsg.)

Weiterführende Ideen

Zusammenfassung des Themas

Netz-Werk
Auf einem Flipchart werden alle Namen der SchülerInnen gleichmässig über das Blatt verteilt notiert. Jede/r SchülerIn findet in einem kurzen Gespräch eine Gemeinsamkeit mit jedem anderen SchülerIn.
Diese Gemeinsamkeit wird durch eine Verbindungslinie zwischen den Namen und eine kleine Zeichnung dabei symbolisiert. So entsteht auf dem Flipchart nach und nach ein buntes Netz aus Verbindungslinien und Bildern zwischen den Namen der Teilnehmer.

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